
AUDIO: Daniel Bauer: „Es lag in der zweiten Halbzeit am Defensivverhalten“ (3 Min)
Stand: 11.01.2026 20:53 Uhr
Der VfL Wolfsburg ist mit einem Debakel ins neue Jahr gestartet. Die Niedersachsen unterlagen am Sonntagabend bei Bundesliga-Tabellenführer FC Bayern München mit 1:8 (1:2).
Die Wolfsburger boten eine Hälfte lang eine ansprechende Leistung, in der zweiten wurden sie von den Münchnern komplett überrollt. Für die phasenweise Überforderung standen sinnbildlich auch die zwei Eigentore von Kilian Fischer (5.) und Moritz Jenz (53.), deren Klärungsversuche in höchster Not jeweils im eigenen Netz landeten.
Zudem trafen Michael Olise (50. und 76.), Luis Diaz (30.), Raphael Guerrero (68.), Harry Kane (69.) und Leon Goretzka (88.) für den Rekordmeister. Dzenan Pejcinovic hatte zwischenzeitlich das 1:1 für den VfL erzielt (13.). Der 20-Jährige freute sich zwar über das Tor in seiner Geburtsstadt München, ärgerte sich aber darüber, „dass wir aufgehört haben Fußball zu spielen und die Bayern haben machen lassen“.
Höchste Niederlage der Wolfsburger Bundesliga-Geschichte
Denn so stand am Ende die höchste Bundesliga-Niederlage der Club-Geschichte – zuvor hatte die Marke bei mehreren 0:6-Pleiten gestanden (gegen München und Dortmund). Trainer Daniel Bauer beklagte, dass sein Team es dem FCB im zweiten Abschnitt „im Kollektiv zu einfach gemacht“ habe: „Wir hätten uns unterstützen und doppeln müssen.“
Sie taten es nicht und müssen sich nach der Abreibung nun schnell wieder sammeln, am Mittwoch (18.30, im NDR Livecenter) steht das wichtige Kellerduell gegen den FC St. Pauli an. Für Bauer ist klar: „Wir müssen die zweite Halbzeit aufarbeiten, aber die Niederlage auch schnell abhaken.“

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Fischer trifft ins eigene Tor, Pejcinovic gegen Neuer
Der VfL zeigte vom Start weg den vom Coach geforderten Mut, presste hoch – und wurde prompt ausgekontert. Diaz wurde schön auf der linken Seite freigespielt und flankte scharf in die Mitte. Dort kam Fischer zwar vor Olise an den Ball, bugsierte ihn allerdings mit dem Schienbein ins eigene Tor (5.).
Die Niedersachsen ließen sich, auch wenn Diaz nach einem Olise-Traumpass zunächst das 2:0 verpasste (10.), aber nicht beirren. Die Raumaufteilung, der Einsatz und die Laufbereitschaft stimmten – und in der 13. Minute resultierte daraus der verdiente Ausgleich. Konstantinos Koulierakis eroberte im Mittelfeld den Ball und passte auf Lovro Majer. Der Kroate steckte gedankenschnell auf Pejcinovic durch, der vor Manuel Neuer ruhig blieb und überlegt mit links einschob. Es war nach seinem Dreierpack beim 3:4 gegen Freiburg vor Weihnachten bereits sein vierter Treffer in zwei Partien.
Diaz und Olise überragen, auch Jenz mit Eigentor
Nach der aufregenden Anfangsviertelstunde verflachte die Partie zunehmend, die Bayern aber gingen dennoch mit einer Führung in die Pause, weil sie weiter effizient blieben. Olise flankte ein zweites Mal von der linken Seite stark auf Diaz – und dieses Mal setzte der Kolumbianer den Ball per Kopf in die Maschen (30.).

Frust bei den Wolfsburger Fußballern nach einer ganz schwachen zweiten Hälfte in München.
Agierten die Wolfsburger in Durchgang eins über weite Strecken auf Augenhöhe, wurden sie zu Beginn des zweiten Abschnitts regelrecht vom FCB erdrückt. Und die Münchner machten schnell alles klar: Olise zog von der rechten Seite in die Mitte und zirkelte den Ball mit links herrlich neben den linken Pfosten (50.). Und nur drei Minuten später legte der Franzose vor VfL-Keeper Kamil Grabara auf Diaz. Jenz kam vor ihm an den Ball, traf aber – wie Fischer in der ersten Hälfte – auch ins eigene Tor (53.).
VfL hilflos, FC Bayern nimmersatt
Das Spiel war entschieden, die Bayern aber hatten noch lange nicht genug. Kane legte – so wie kurz zuvor Olise – vor Grabara quer, dieses Mal aber traf ein Münchner: der kurz zuvor eingewechselte Guerrero (68.). Nur 80 Sekunden später erzielte dann auch der Mittelstürmer seinen Treffer – und wie: Mit rechts schlenzte er den Ball in den rechten Winkel (69.).
Erschreckend aus Gäste-Sicht: Die „Wölfe“ wehrten sich nicht. Erneut Olise (76.) und kurz vor dem Ende Goretzka (88.) sorgten für den Endstand – und machten das Debakel für das Bauer-Team perfekt. Der Abpfiff von Schiedsrichter Florian Badstübner kam für die Wolfsburger einer Erlösung gleich.
16. Spieltag, 11.01.2026 17:30 Uhr
Neuer – Laimer, Upamecano (77. H. Ito), Tah, Stanisic – Pavlovic (58. Goretzka), Bischof – Olise (83. Chavez), Karl (57. Guerreiro), Luis Díaz – Kane (77. Mike)
8
Grabara – Kumbedi, Jenz, Koulierakis, K. Fischer – Svanberg (64. Gerhardt), Arnold – Eriksen (86. Hensel), Majer (77. Paredes), Wimmer (64. Daghim) – Pejcinovic (86. Vavro)
1
Tore
- 1:0 K. Fischer (5., Eigentor)
- 1:1 Pejcinovic (13.)
- 2:1 Luis Díaz (30.)
- 3:1 Olise (50.)
- 4:1 Jenz (53., Eigentor)
- 5:1 Guerreiro (68.)
- 6:1 Kane (69.)
- 7:1 Olise (76.)
- 8:1 Goretzka (88.)