
Die Hinrunde ist noch nicht vorbei, da hat der FC Bayern in der Tabelle der Fußball-Bundesliga schon einen zweistelligen Vorsprung. Die Münchner feierten gegen den VfL Wolfsburg ihren 14. Saisonsieg, einen Kantersieg.
Es sah in der ersten Halbzeit so aus, als sollten die Niedersachsen einen Punkt mitnehmen können, wie es sogar dem 1. FSV Mainz 05 gelungen war. Aber nach dem Seitenwechsel ließ der Rekordmeister die Muskeln spielen und schoss schnell eine souveräne Führung heraus.
Am Ende hieß es 8:1 (2:1) für den Spitzenreiter, der nun elf Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Borussia Dortmund hat.
„Das Ergebnis steht für sich, auch die Art und Weise, wie es zustande gekommen ist. Das war sehr überzeugend“, sagte Bayerns Torwart Manuel Neuer am Sportschau-Mikrofon. Für das Jahr 2026 wünschte er sich, dass „wir diese Konstanz beibehalten“.
Diaz und Olise überragen
Luis Diaz und Michael Olise waren am Sonntag (11.01.2026) zum Abschluss des 16. Spieltages die herausragenden Akteure. Beide schossen Tore, Olise sogar zwei, und nötigten die Wolfsburger je zu einem Eigentor. Außerdem trafen Raphael Guerreiro, Harry Kane und Leon Goretzka für die Bayern.
Fischer eröffnet mit einem Eigentor
Das Fußballjahr 2026 begann für den FC Bayern so, wie es viele erwartet hatten. Keine fünf Minuten waren gespielt, da ging der Meister in Führung.
Diaz, der kurz vorher schon mit einer guten Aktion in der Defensive aufgefallen war, setzte sich auf der linken Seite durch und flankte scharf vor das Tor. Der Ball wurde abgefälscht, und vielleicht traf ihn Kilian Fischer deshalb so schlecht, dass er im eigenen Tor landete.
Wolfsburg ohne Sieg in München
Vincent Kompany klatschte in seinem 50. Bundesligaspiel als Trainer des FC Bayern mit der Bank ab, alles schien den üblichen Lauf zu nehmen, denn Wolfsburg gewann noch nie ein Spiel in München, obwohl es auch schon seit 1997 zur Bundesliga gehört.
Diaz hätte für den Tabellenführer nachlegen können. Mit dem Außenrist nahm er einen präzisen Pass von Olise an, aber der Abschluss war nichtmal halb so gut – ein durchaus bekanntes Problem des Kolumbianers (10.).
Sehenswerter Spielzug führt zum Ausgleich durch Pejcinovic
Ein 0:2 wäre allerdings auch sehr hart für die Wolfsburger gewesen, die mutig und früh attackierten, sowie in der Regel die spielerische Lösung suchten.
In der 13. Minute fanden sie eine besonders Gute: Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld spielte Lovro Majer einen perfekten Steilpass auf Dzenan Pejcinovic, der Manuel Neuer mit einem Flachschuss überwand. Es war das vierte Saisontor des Mittelstürmers.
Neuer hatte das 4:0 beim 1. FC Heidenheim zum Abschluss des Jahres 2025 wegen einer Verletzung verpasst. Er war nun wieder dabei, anders als Joshua Kimmich und Jamal Musiala, die noch ein bisschen Zeit brauchen, bis sie im anstrengenden Januar mit weiteren sechs Spielen helfen können.
Diaz mit neuntem Saisontor
Wolfsburg muckte nach dem Ausgleich weiter auf. Christian Eriksen erhielt sogar bei einem Schuss aus knapp 18 Metern aus zentraler Position die Chance, den Tabellenvierzehnten in Führung zu bringen. Der technisch so versierte Däne versuchte es mit Kraft statt Präzision – und dieser Versuch scheiterte (23.).
So nahm dann doch wieder alles den Verlauf, der erwartet worden war. Olise flankte auf Diaz, und dieses Mal ließ der Außenstürmer keine Schwäche im Abschluss erkennen. Aus etwa fünf Metern traf er mit dem Kopf zum 2:1 für die Bayern und zu seinem neunten Saisontor (30.). Was da erst möglich wäre, hätte Diaz die Abgebrühtheit eines Harry Kane im Strafraum.
Demonstration der Stärke nach der Pause
Wolfsburgs Trainer Daniel Bauer wird vermutlich in der Pause gesagt haben, dass durchaus zumindest ein Punktgewinn möglich sein wird. Das wäre auch gar nicht vermessen gewesen.
Im Nachhinein aber war es ein Pfeifen im Wald, denn die Bayern brillierten in der zweiten Halbzeit. Olise zog von der rechten Seite in die Mitte und schlenzte den Ball wunderbar ins linke Eck (50.).
Drei Minuten später bediente der französische Nationalspieler Diaz, dem Moritz Jenz jedoch mit dem zweiten Eigentor des Nachmittags die Arbeit abnahm.
„Bayern hat absolute Unterschiedsspieler in den vorderen Reihen. Das war absolut klar, und trotzdem machen wir es ihnen bei den beiden Toren nach der Pause im Kollektiv zu leicht“, haderte VfL-Trainer Bauer mit seinem Team, das die höchste Bundesliga-Niederlage seiner Geschichte kassierte.
Kane schlenzt in den Torwinkel
Die Bayern waren nach Wiederanpfiff im Rausch, die Wolfsburger demoralisiert und desolat. Kane legte nach einem schnell ausgeführten Freistoß auf den eingewechselten Guerreiro, der zum 5:1 traf.
Eine Minute später dachte sich Kane, dass es nun aber an der Zeit für ein eigenes Tor sei. Also nahm er den Ball und zirkelte ihn in den rechten Torwinkel. Es war das 20. Saisontor des Engländers, sechs Vereine in der Bundesliga haben weniger Treffer zu Buche stehen.
Kane schoss nun in jeder seiner drei Spielzeiten bei den Bayern mindestens 20 Tore. Das hatte zuvor auch Timo Konietzka für Borussia Dortmund geschafft – vor fast 60 Jahren.
Im Schnitt 3,94 Tore pro Spiel
Da die Nummer mit dem Schlenzen so gut lief, machte es Olise auch nochmal, und er traf auch nochmal (76.). Leon Goretzka, auch eingewechselt, sorgte mit dem 8:1 für den Endstand (88.).
So kommen die Bayern nun nach nicht mal der Hälfte der Saison auf 63 Tore. Das ergibt einen Schnitt von 3,94 Treffern pro Spiel.
Bayern in Köln, Wolfsburg gegen St. Pauli
Die Münchner sind nun am Mittwochabend beim 1. FC Köln zu Gast (20.30 Uhr). Wolfsburg empfängt zuvor um 18.30 Uhr den FC St. Pauli, der aufgrund der Absage der Partie gegen RB Leipzig noch ohne Pflichtspiel in diesem Jahr ist.
