Kanzler bei Modi

Merz in Indien: Es geht um Handel, Rüstung und Russland

Aktualisiert am 12.01.2026 – 00:57 UhrLesedauer: 3 Min.

Bundeskanzler Merz reist nach IndienVergrößern des Bildes

Dass Modi den Kanzler in seiner Heimatregion empfängt, wird als Zeichen besonderer Wertschätzung gesehen. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa/dpa-bilder)

Indien zuerst: Anders als seine Vorgänger besucht Merz das bevölkerungsreichste Land der Welt noch vor China und Japan. Das hat mit der neuen Weltunordnung zu tun.

Bundeskanzler Friedrich Merz ist zu einem zweitägigen Antrittsbesuch in Indien eingetroffen. Der CDU-Chef landete in der Nacht kurz vor 2.00 Uhr Ortszeit in Ahmedabad in der Heimatregion von Ministerpräsident Narendra Modi, der ihn am Morgen an einer Gedenkstätte für den Nationalhelden Mahatma Gandhi offiziell begrüßen wird.

Die Straßen der Stadt mit ihren acht Millionen Einwohnern sind gesäumt von großformatigen Schildern mit den Bildern von Merz und Modi als Willkommensgruß an den Kanzler. Die beiden werden heute auch gemeinsam das traditionelle Drachenfestival besuchen, das den Übergang vom Winter- zum Sommerhalbjahr markiert und bei dem Tausende Papierdrachen in die Luft steigen. Erst danach beginnen die politischen Gespräche.

Es ist das dritte Treffen der beiden, die sich schon bei zwei internationalen Gipfeltreffen begegnet sind. Dass Modi den Kanzler in seiner Heimat empfängt, wird als Zeichen der besonderen Wertschätzung gesehen. Merz ist aber nicht der erste hochrangige Gast dort. Seit seinem Amtsantritt 2014 hat Modi in der für ihn so besonderen Stadt US-Präsident Donald Trump, den chinesischen Präsidenten Xi Jinping, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und den früheren japanischen Regierungschef Shinzo Abe empfangen.

Bei den Gesprächen zwischen Merz und Modi wird es um den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen und die Rüstungskooperation gehen. Das vielleicht schwierigste Thema wird aber Russland sein.

Indien pflegt enge Beziehungen sowohl zu westlichen Partnern als auch zu Russland. Erst im Dezember war der russische Präsident Wladimir Putin in Neu-Delhi und wurde dort von Modi schon am Flughafen mit einer innigen Umarmung begrüßt. Das Land bezieht einen Großteil seines Öls aus Russland, das wiederum die Einnahmen in den Angriffskrieg gegen die Ukraine steckt.

Die russische Invasion hat Indien anders als die meisten anderen Länder in der UN-Vollversammlung nicht verurteilt. Andererseits könnte Modi mit seinem Draht zu Putin an den diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs mitwirken. Merz dürfte über all das mit Modi sprechen.