Engpass droht
Bremen plant neue City-Toilette mit Spezial-WC
Aktualisiert am 12.01.2026 – 03:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Öffentliches Toilettenhaus am Bremer Hauptbahnhof (Archivfoto): Lösungen wie diese haben bislang nicht zum Erfolg geführt. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Torsten Krüger/imago)
Ein Stadtbummel kann länger dauern, wer dann eine öffentliche Toilette in Bremen sucht, wird meist enttäuscht. Ab 2027 droht sich die Lage zuzuspitzen. Doch es gibt einen Plan.
In der Bremer Innenstadt soll eine neue, dauerhaft betriebene öffentliche Toilettenanlage entstehen. Nach dem Wegfall provisorischer Angebote reagiert die Stadt auf die wachsenden Besucherzahlen – und setzt dabei auf Inklusion und Personal vor Ort. Das geht aus einer Beschlussvorlage der Deputationssitzung für Umwelt und Klima am Donnerstag, 27. November hervor.
Das neue WC-Projekt ist als Antwort auf ein zunehmendes Problem gedacht: Mit rund 1,7 Millionen Passanten allein im Juni 2024 verzeichnete die Bremer Innenstadt laut City-Initiative einen Rekordwert – ein Plus von über 44 Prozent im Vergleich zu 2019. Die vorhandene Infrastruktur kommt mit dieser Entwicklung nicht mehr mit. Übergangslösungen wie die Container-Toiletten am Hanseatenhof oder die Anlage im früheren Galeria-Kaufhof-Gebäude werden ab Ende 2026 nicht mehr zur Verfügung stehen. Damit drohe ab 2027 ein erheblicher Engpass bei öffentlichen Toiletten in der City.
Geplant ist der Umbau eines leerstehenden Ladenlokals in der Obernstraße 56, direkt neben der Buchhandlung Thalia. Dort sollen fünf Urinale, neun Sitztoiletten sowie eine „Toilette für Alle“ entstehen. Letztere ist speziell für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen ausgelegt. Ausgestattet mit Lifter und Liege bietet sie Möglichkeiten, die über klassische barrierefreie Toiletten hinausgehen.
Betrieben wird die neue Anlage laut Vorlage von der Bremer Stadtreinigung (DBS), die auch das Reinigungspersonal stellt. Geöffnet sein soll sie täglich von 9 bis 21 Uhr. Der Zugang erfolge über ein Drehkreuz mit Bezahlfunktion. Pro Nutzung soll dann ein Euro fällig werden, den man entweder bargeldlos oder bar bezahlt. Für Nutzer der „Toilette für Alle“ bleibt der Zugang kostenfrei.
Die Stadt rechnet mit bis zu 300.000 Nutzungen jährlich. Die Investitionskosten belaufen sich auf etwa eine Million Euro, davon entfallen rund 180.000 Euro auf die barrierefreie Spezialtoilette. Finanziert werden soll das Projekt über das Länder- und KommunalInfrastrukturfinanzierungsgesetz, kurz LuKIFG, oder über städtische Haushaltsmittel. Der Mietvertrag für das Objekt soll der Idee zufolge eine Laufzeit von 25 Jahren erhalten.
