Dresden. Weithin hört man im Großen Garten derzeit Sägen und Häcksler. Schon seit Oktober laufen in Dresdens größter Parkanlage die Baumpflegearbeiten. Bis Ende März wollen die Baumpfleger mit den Fällungen abgestorbener Bäume und dem Absägen von Totholz so weit sein, dass der größte Teil der seit zehn Monaten aus Sicherheitsgründen gesperrten Wege wieder freigegeben werden kann.

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiterlesen nach der Anzeige

Lediglich beidseits der Hauptallee auf der Ostseite des Parkes an der Karcherallee werden dann noch drei Wege gesperrt bleiben.

Schlösserbetrieb braucht zusätzliches Geld für Baumpflege

Baumpflegearbeiten in einer Grünanlage sind nichts Außergewöhnliches. Doch mittlerweile haben sie vor allem im Großen Garten einen Umfang angenommen, den die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) nicht mehr mit den Mitteln aus dem eigenen Etat bewältigen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiterlesen nach der Anzeige

Denn durch die klimatischen Veränderungen mit langen Trockenperioden und zusätzlich die Bodenverdichtung durch die hohe Besucherfrequenz leiden vor allem die alten Bäume und werden anfällig für Krankheiten. Äste, Teile von Baumkronen oder oft auch ganze Bäume sterben ab.

Ein Mann wirft im Großen Garten Dresden Äste in einen Holzhäcksler.Zahl der Fällungen hat sich in sechs Jahren mehr als verdreifacht

„Wir stehen an einem Punkt, wo uns die Verkehrssicherungspflicht über den Kopf wächst. Wir können nicht überall auf einmal sein, deshalb mussten wir so viele Wege sperren“, erklärt Claudius Wecke, Leiter des Bereiches Gärten bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Sachsen.

Jahr

Zahl der Baumfällungen
im Großen Garten

2020

115

2021

185

2022

305

2023

318

2024

372

2025

425

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiterlesen nach der Anzeige

Quelle: SBG

Allein die Zahl der Baumfällungen ist laut SBG von 115 im Jahr 2020 auf 425 im Jahr 2025 gestiegen. „Obwohl wir jedes Jahr mehr in die Baumpflege investieren, selbst Baumpfleger ausbilden und unser jetzt dreiköpfiges Baumpflegeteam noch mal um zwei Leute aufstocken werden, uns bereits einen neuen Hubsteiger angeschafft haben und dieses Jahr noch einen zweiten kaufen, lässt sich die ständig steigende Zahl der nötigen Pflegemaßnahmen schwer bewältigen“, bekräftigt Christian Striefler, der SBG-Geschäftsführer.

Finanzspritze vom Land in Höhe von 400.000 Euro

Vom Land Sachsen gab es deshalb jetzt für die laufende Saison eine Finanzspritze in Höhe von 400.000 Euro. Zusammen mit den 400.000 Euro, die SBG aufbringt und dafür an anderer Stelle sparen muss, stehen 800.000 Euro zur Verfügung.

Es muss weitere zusätzliche Mittel geben.

Claudius Wecke

Leiter des Bereiches Gärten der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiterlesen nach der Anzeige

Wir haben im vergangenen Jahr insgesamt 1,2 Millionen Euro für Baumpflege, Baumkontrollen sowie Investitionen, die damit in Zusammenhang stehen, ausgegeben“, so Claudius Wecke. Die 400.000 Euro zusätzlich seien wichtig, um bis zum Saisonbeginn Wege im Großen Garten wieder begehbar zu machen. Claudius Wecke sagt aber auch: „Es muss weitere zusätzliche Mittel geben.“

60 Neupflanzungen von Bäumen in jetziger Herbst-/Wintersaison

Um das historische Gartendenkmal zu erhalten und die Gestaltung zu bewahren, wird im Großen Garten regelmäßig nachgepflanzt. In der Herbst-/Wintersaison 2025/2026 seien 60 Neupflanzungen zum Beispiel von Eichen und Linden geplant bzw. schon erfolgt, so der Schlösserbetrieb.

Dieser Weg ist jetzt wieder begehbar. Baumpfleger aus dem Großen Garten öffnen mit dem sächsischen Finanzminister Christian Piwarz (4.v.l.) und Vertretern der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH die Absperrung eines Weges im Großen Garten. 

Seit August gebe es jetzt im Großen Garten einen Baumschulgärtner, der in der neu angelegten Baumschule (DNN berichtete) Bäumchen u.a. aus Saatgut aus dem Großen Garten anzieht. „Wir erwarten deutlich resilientere Gehölze, wenn sie hier gleich vor Ort angezogen werden, sich von vornherein an die hier herrschenden Bedingungen gewöhnen und wir Gelegenheit haben, die gesündesten Pflanzen auszuwählen“, so Claudius Wecke.

DNN