Kommenden Samstag (13 Uhr) beginnt für Zweitliga-Schlusslicht Dynamo Dresden mit dem Kellerduell gegen Greuther Fürth die Aufholjagd im Kampf um den Klassenerhalt. Bis dahin ist nicht mehr viel Zeit, personell nachzulegen. Ärgerlich, wenn dann geplante Transfers unnötig ins Stocken geraten…

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Es geht um Andi Hoti (22). Der Fall des Defensivmannes wird langsam zur unendlichen Geschichte. Vor einem Jahr wurde der Schweizer mit kosovarischen Wurzeln vom 1. FC Magdeburg für die Drittliga-Rückrunde ausgeliehen, schaffte mit der SGD den Aufstieg – und wollte in Dresden bleiben.

Spieler und Verein waren sich schnell einig, doch der Deal zog sich ewig hin und scheiterte schließlich, weil Magdeburg Hoti nicht freigab. FCM-Sportchef Otmar Schork (68) lieferte dabei den ersten Beweis seiner Sturheit, die in der Branche inzwischen gefürchtet ist.

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Zwar kam Hoti in den ersten fünf Spielen der neuen Zweitliga-Saison tatsächlich nochmal für den 1. FC Magdeburg zum Einsatz. Doch nach dem Trainerwechsel von Markus Fiedler auf Petrik Sander vergangenen Oktober spielte er bei den Profis überhaupt keine Rolle mehr, selbst im Reserve-Team kickte er nur zweimal.

Im Türkei-Trainingslager vergangene Woche war der kosovarische Nationalspieler nicht dabei, Schork erklärte dazu unmissverständlich: „Er ist mit seiner Situation unzufrieden. Wir haben viele Gespräche geführt, am Ende steht sein Wechselwunsch. Für uns war deshalb klar, dass wir nur Spieler mitnehmen, die mit Herzblut bei der Sache sind. Er ist freigestellt, um sich was anderes zu suchen.“

Der Verteidiger hofft noch immer, dass der FCM einlenkt und ihn zurück zu Dynamo ziehen lässt.

Der Verteidiger hofft noch immer, dass der FCM einlenkt und ihn zurück zu Dynamo ziehen lässt.

Foto: Ronny Hartmann

Lange suchen musste Hoti nicht. Das Interesse von Dynamo Dresden bestand und besteht immer noch, neben Thomas Keller (26) einen weiteren Innenverteidiger zu verpflichten. Durchaus nachvollziehbar, wie auch die Generalprobe am Samstag gegen Rot-Weiss Essen zeigte.

Und jetzt wird es skurril: Nach BILD-Informationen hat Dynamo jetzt beim FCM ein schriftliches Kaufangebot hinterlegt – doch Schork lehnte wieder ab! Dabei hatte er noch wenige Tage zuvor öffentlich erklärt, dass Hoti gehen kann. Von BILD damit konfrontiert, wich der Sportchef aus: „Ich werde bestimmt nicht auf Spekulationen reagieren. Das sind Dinge, die sind diskret und bei mir bleiben sie auch diskret.“

FCM verbrennt Geld

Stork stellt (mal wieder) auf stur! Das stößt nicht nur in Dresden auf wenig Verständnis, es ist auch sportlich und finanziell nicht nachvollziehbar. Schließlich würde Magdeburg das Gehalt eines Spielers einsparen, mit dem man nicht mehr plant und dem man daher die Wechselfreigabe erteilt hat. Und obendrein noch eine Ablösesumme generieren. Das ist – diskret gesagt – verbranntes Geld.

Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Hat Schork Angst, mit Hoti einen Konkurrenten im Abstiegskampf zu stärken? Oder will er etwa eine noch höhere Ablösesumme aus den Dresdnern rausquetschen? Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack. Und ein Spieler, der sich langsam aber sicher verarscht vorkommen dürfte…