„Enttäuschende Ewigkeit“. Bild: Matthias Jung.Die vier Caligulas in „Enttäuschende Ewigkeit“ von Paula Kläy und Guido Wertheimer am Theater Bonn, inszeniert von Sarah Kurze, wollen zum Mond fliegen: Hoffnung, dass aus dem irdischen Leben doch noch was Vernünftiges wird, kann nachtkritikerin Dorothea Marcus allerdings keine entdecken. Die Welt ist schlecht, dazu tragen vor allem Reiche wie Elon Musk bei, aber ist das wirklich neu, fragt Marcus: „Klone und Wiedergänger eines Menschentypus, der die Welt in den Abgrund reißt. Viel mehr als ein treffendes Bild ist das aber auch nicht und von einer poetischen Erkenntnis weit entfernt. Auch wenn die vier Schauspieler all die Szenenhäppchen und Anspielungen wacker und spielfreudig, cool und energetisch performen, sichtlich Spaß an ihren Kostüm- und Rollenwechseln haben. … Träumen wird wohl nicht ausreichen, um der Menschheitsbedrohung zu begegnen, die aus den antihumanen Ideologien der Techbros erwächst.“
Weitere Artikel: Die Washington National Opera hat das Kennedy Center for the Performing Arts verlassen, um sich nicht Trumps Neuausrichtungsplänen beugen zu müssen, meldet Sandra Kegel in der FAZ. Wiebke Hüster interviewt für die FAZ den Verleger Rudolf Rach zum Erbe Pina Bauschs. Die Deutschen tun sich schwer mit ihrem Opern-Erbe, befindet Manuel Brug in der Welt angesichts diverser Jubiläen, die dieses Jahr anstehen, die aber nicht unbedingt dafür sorgen, dass die Jubilare wie Albert Lortzing auch umfassend gespielt werden. Sylvia Staude interviewt den Tänzer und Choreografen Tony Rizzi für die FR.
Besprochen werden Jules Massenets Oper „Manon“, inszeniert von Betrand de Billy an der Wiener Staatsoper (Standard), Yasmina Rezas „Die Rückseite des Lebens“, inszeniert von Nora Schlocker am Münchner Residenztheater (SZ) und die Oper „Sieg über die Sonne“ nach Welimir Chlebnikow, Alexei Krutschonych, Kasimir Malewitsch und Michail Matjuschin, die Showcase Beat Le Mot, das Von Krahl Theater Ensemble, das Solistenensemble Kaleidoskop und Maya Dunietz im Berliner HAU auf die Bühne bringen (nachtkritik).