Elon Musk

Stand: 12.01.2026 09:27 Uhr

Elon Musk wirft der Regierung in London Zensur und „faschistisches“ Vorgehen vor. Hintergrund sind Ermittlungen gegen Musks Chatbot Grok wegen sexualisierter KI-Bilder. Zwei Länder in Asien haben ihn schon gesperrt.

Der Streit wegen umstrittener Funktionen des US-Chatbots Grok eskaliert: Der Tech-Milliardär Elon Musk greift die britische Regierung scharf an und spricht von Zensur. Auf seiner Plattform X bezeichnete er laufende Ermittlungen gegen die KI in einem Beitrag sogar als „faschistisch“.

Auslöser ist eine Untersuchung der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom. Sie prüft, ob Grok gegen den „Online Safety Act“ verstößt, ein Gesetz zum Schutz von Kindern und Erwachsenen im Internet. Nutzerinnen und Nutzer können die KI nämlich dazu auffordern, gepostete Bilder zu sexualisieren – meist betrifft das Frauen und Minderjährige. Grok ist in Musks Social-Media-Plattform X integriert.

Großbritannien droht Musk mit Grok-Sperrung

Premierminister Keir Starmer nannte die Inhalte „widerlich“. Technologieministerin Liz Kendall sagte, sie erwarte, dass Ofcom alle rechtlichen Mittel ausschöpft. Im Extremfall könnte demnach X in Großbritannien gesperrt werden.

Auch der Schritt von X, die KI-Bildergenerierung mit Grok nur noch zahlenden Nutzern zu erlauben, reicht den Behörden nicht aus. Aus der Downing Street hieß es, dies mache aus einer problematischen Funktion lediglich einen „Premiumdienst“. Es sei „keine Lösung“, zeige aber, dass X schnell handeln könne, wenn das Unternehmen es denn wolle. „Alle Optionen“ blieben auf dem Tisch.

Auch die EU-Kommission blickt kritisch auf die KI. Sie forderte die verantwortliche US-Firma zuletzt auf, interne Dokumente zu Grok nicht zu vernichten, sondern bis Ende des Jahres aufzubewahren. Brüssel zweifelt daran, dass X europäische Digitalgesetze einhält, und untersucht ebenfalls Vorwürfe zu KI-generierten pornografischen Inhalten.

Malaysia und Indonesien sperren Chatbot

In Südostasien gehen die Regierungen bereits einen Schritt weiter: Als weltweit erstes Land hatte Indonesien am Samstag Grok gesperrt. Der Zugang zu dem Chatbot werde vorläufig geblockt, „um Frauen, Kinder und die Öffentlichkeit vor den Risiken gefälschter pornografischer Inhalte“ zu schützen, teilte Digitalministerin Meutya Hafid mit.

Malaysia folgte am Sonntag nach. Die malaysische Kommunikations- und Multimedia-Kommission begründete dies laut Medienberichten damit, dass der Chatbot dazu missbraucht werden könne, obszöne, sexuell explizite, unanständige und grob beleidigende Bilder zu erstellen.