Die Bilder im vergangenen Sommer, als der Lech im Landkreis Augsburg phasenweise mehr aus Sandbänken, als aus fließendem Wasser bestand, dürften vielen Landkreisbewohnerinnen und Bewohnern noch präsent sein. Nachdem im Juni 2024 das Hochwasser wütete, Häuser und Geschäfte zerstörte und ganze Landstriche unter sich begrub, war der vergangene Sommer sehr trocken, auch wenn es noch schlimmer hätte kommen können. Das geht jetzt auch aus offiziellen Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) hervor, trifft aber nicht in allen Bereichen auch auf den Landkreis Augsburg zu.

Die Wasserspeicher vom Hochwasser sind wieder weg

Nur der Juli und der September hatten keine meteorologischen Trockenperioden, heißt es im Hydrologischen Jahresbericht des LfU. Es war also erneut sehr trocken. In den meisten Flussgebieten Bayerns floss weniger Wasser als zuvor. Im Landkreis Augsburg gab es hingegen keine neuen Tiefstwerte, wie das LfU auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt.

Nachdem das Jahr 2024, vor allem wegen des Hochwassers, deutlich nasser war, hatten sich die Grundwasserstände zu Beginn des Jahres teilweise wieder erholt, aber: „Im niederschlagsarmen Jahresverlauf 2025 kehrte sich diese positive Entwicklung jedoch um“, sagt Ralph Neumeier, Vizepräsident des LFU, und ergänzt: „In vielen Regionen sind somit die positiven Effekte des überdurchschnittlich feuchten und grundwasserneubildungsreichen Jahres 2024 wieder spürbar zurückgegangen oder gar nicht mehr vorhanden.“ 

Grundwasser nimmt seit über 20 Jahren ab

Außerdem war das Winterhalbjahr von November 2024 bis März 2025 eines der trockensten, die bisher beobachtet wurden. Das sagt Gudrun Seidel, Behördenleiterin des Wasserwirtschaftsamtes in Donauwörth, das auch für den Landkreis Augsburg zuständig ist. Da es ab April aber immer wieder geregnet hatte, blieb ein noch trockenerer Sommer aus.

Die generelle Entwicklung setzt sich aber fort, so kann trotz teilweise regnerischer Sommer, jede Jahreszeit trocken sein. „Mit Ausnahme von 2024 haben wir seit 2003 ein Defizit in der Grundwasserneubildung“, berichtet Seidel. Die Wasserstände gehen generell immer weiter nach unten. Wichtig sei laut Seidel aber, zwischen oberflächennahen und tieferen Grundwasser-Stockwerken zu unterscheiden, denn ihre Wasserstände müsse man auf unterschiedliche Weise bewerten: „Die Tieferen können noch einige nasse Jahre gebrauchen, um wieder bessere Stände zu erreichen“, sagt Seidel und ergänzt: „Die oberflächennahen Grundwasser-Stockwerke haben sich etwas normalisiert.“

  • Piet Bosse

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