Ich wünsche Ihnen ein gutes 2026 – und hoffe, dass Sie es nicht mit zu vielen guten Vorsätze starten. Ich habe beschlossen, einen Vorsatz aus dem „alten“ Jahr weiterzuverfolgen: Und zwar mehr pflanzenbasierte Nahrung und stattdessen weniger Fleisch zu essen.

So möchte ich konkret dazu beitragen, der Zerstörung der Ökosysteme auf unserem Heimatplaneten entgegenzutreten. Immerhin sind tierische Produkte für 69 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Außerdem verursachen sie 77 Prozent des Biodiversitätsverlustes.

Johannes Vogel ist Generaldirektor des Museums für Naturkunde.

Johannes Vogel ist Botaniker, Generaldirektor des Museums für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung und Professor an der Humboldt-Universität. In dieser Kolumne schreibt er im Wechsel mit Jutta Allmendinger, Barış Ünal, Ulrike Freitag und Jule Specht zu Wissenschaftsthemen.

Zugegeben: Es fällt mir nicht leicht, auf Fleisch zu verzichten – sonst hätte ich den Vorsatz auch längst verwirklicht. Aber es ist ein überaus lohnendes Ziel: Wann gibt es schon mal eine Gelegenheit, mit kleinen Veränderungen so viel zu bewirken?

Wer viel Wert auf seine Herzgesundheit und die Gesundheit seines Magen-Darm-Trakt legt, sollte maximal 300 Gramm rotes Fleisch und daraus hergestellte Wurstwaren pro Woche essen. Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, um das Risiko für diverse Erkrankungen zu senken.

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Und genauso wichtig: Wer sich mit 100 Gramm Fleisch pro Woche in seinem Speiseplan anfreunden kann, verringert die Auswirkungen, die die Fleischindustrie auf den Verlust an Biodiversität nimmt, um 18 Prozent. Das errechneten die Expertinnen und Experten der EAT-Lancet-Kommission. Eine vegetarische Ernährung würde die Auswirkungen um 46 Prozent reduzieren. Zugleich würden weniger Flächen beansprucht – es bliebe also mehr für Wiesen und Wälder, für Insekten und Vögel. Es bliebe mehr für die Natur. In diesem Sinne: Guten Appetit mit guten Taten!