Wismar – Er sprang ins eiskalte Wasser, filmte sich dabei und starb. Ein 40-Jähriger ist in einem zugefrorenen Teich in Wismar ums Leben gekommen.
Im Wismarer Stadtteil Wendorf (Mecklenburg-Vorpommern) rücken am Montagvormittag zahlreiche Einsatzkräfte aus. Auf einem vollständig zugefrorenen Löschwasserteich wollte ein Mann am Morgen offenbar ein Video drehen und bezahlte dafür mit seinem Leben. Der 40-Jährige sprang vor laufender Kamera in ein in das Eis gesägtes Loch. Der Plan war vermutlich, aus einem zweiten Loch daneben wieder aufzutauchen.

Die Suche auf dem zugefrorenen Löschwasserteich dauerte Stunden an
Foto: Stefan Tretropp
Wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte, ging der Notruf kurz vor 9 Uhr am Montagmorgen in der Rettungsleitstelle ein. Sofort rückten zahlreiche Feuerwehren, der Rettungsdienst und die Polizei zum Zierower Weg aus. Dort liegt der rund zwei Meter tiefe Löschwasserteich, der von Garagen umgeben ist. Aufgrund der Kälte der vergangenen Tage war er offenbar komplett zugefroren.

Die Rettungskräfte am Ufer des Löschwasserteiches in Wendorf
Foto: Stefan Tretropp
Als die Polizei kam, lief die Kamera noch
Als die Einsatzkräfte eintrafen, bot sich ihnen ein ungewöhnliches Bild: Nach BILD-Informationen stand auf der Eisfläche eine laufende Kamera auf einem Stativ. Davor zwei ausgesägte Löcher im Eis, daneben ein Handtuch. Das Auto des Mannes parkte noch direkt am Ufer. Nach BILD-Informationen lief die Kamera noch, als die Polizisten eintrafen.

Taucher der DLRG Zarrentin suchten nach dem zwischenzeitlich Vermissten
Foto: Stefan Tretropp

Mit dieser Trage wird der Tote abtransportiert, der Einsatz endet um 14.30 Uhr
Foto: Stefan Tretropp/Blaulichtreporter Rostock
Eisbader wurde tot geborgen
Der Mann galt zunächst als vermisst. Unter einer etwa fünf bis sieben Zentimeter dicken Eisschicht begann ein Großeinsatz der Feuerwehr. Feuerwehrleute sägten mit Kettensägen weitere Öffnungen in das Eis, um den Eisbader zu finden. Sie durchsuchten den Teich systematisch. Die Stelle, an der der Mann ins Wasser gegangen war, soll etwa 1,70 Meter tief gewesen sein. Dann kam die traurige Gewissheit. Wie eine Sprecherin der Polizei Wismar gegenüber BILD bestätigte, ist der Mann tot. Die Einsatzkräfte bargen um 12.45 Uhr seine Leiche.