Warnstreik

Erster Streik seit über 30 Jahren bei Deutscher See in Dresden

Nach gescheiterten Tarifverhandlungen ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) an allen Standorten der Deutschen See Fischmanufaktur zum Warnstreik auf. Auch in Dresden legen die Mitarbeiter ihre Arbeit nieder.

Dresden. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft nach drei ergebnislosen Tarifverhandlungen zu Warnstreiks bei der Deutschen See Fischmanufaktur auf. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten einen Anschlusstarifvertrag mit einer Laufzeit von zwölf Monaten bis zum 30. September 2026 sowie eine Entgelterhöhung von zwölf Prozent für alle Entgeltgruppen. Weiter sollen Auszubildende 300 Euro mehr Ausbildungsvergütung erhalten und unbefristet übernommen werden. Grundlage der Forderungen seien insbesondere die seit dem 1. Januar geltende Mindestlohnerhöhung und die notwendige Wahrung der Entgeltabstände.

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Bislang bot die Deutsche See Fischmanufaktur laut der NGG lediglich einen Inflationsausgleich bei 27 Monaten Laufzeit und für die unteren Entgeltgruppen eine Angleichung an den Mindestlohn an. Bezüglich der Ausbildungsvergütung wurden laut NGG nur minimale Anpassungen vorgeschlagen, eine unbefristete Übernahme lehnte der Arbeitgeber gänzlich ab. In der dritten Verhandlungsrunde am 28. November letzten Jahrs hätte die Geschäftsführung der Deutschen See Fischmanufaktur laut erklärt, dass es keinen finanziellen Spielraum für Verbesserungen gebe. Weitere Verhandlungsbereitschaft wurde laut NGG nicht signalisiert.

Erster Streik seit über 30 Jahren

Die Deutsche See Fischmanufaktur verfügt bundesweit über 19 Standorte, einen davon in Dresden. Dieser beliefert Supermärkte, Restaurants und Hotels mit Fisch in und um Dresden sowie bis nach Berlin. Unter den 15 Mitarbeitenden wären viele Pendler dabei, die jetzt dem Mindestlohn hinterherjagen müssten, wie Gewerkschaftssekretärin Funda Römer erklärt. Seit mehr als 30 Jahren habe es an dem Standort keinen Streik gegeben. Ab dem 13. Januar wollen die Beschäftigten nun auch in der Landeshauptstadt für 24 Stunden die Arbeit niederlegen. Eine Kundgebung ist für Dienstag, 13. Januar, um 13.30 Uhr vor dem Betriebsgelände am Messering 20 geplant. Die Fischtheken, beispielsweise bei Edeka oder Rewe, bleiben die nächsten Tage also erst einmal leer.

DNN