Berlin – Erst vor neun Monaten wurden 20 Prozent mehr Gehalt erzwungen. Kann man damit nicht zufrieden sein? Muss man schon wieder draufsatteln? 

Verdi will schon wieder mehr von der BVG: 33 Tage Urlaub pro Jahr für alle Mitarbeiter (aktuell: 30 Tage) und 1000 Euro Urlaubsgeld (aktuell: 500 Euro). 

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Am Dienstag beginnen die Verhandlungen zum „Manteltarifvertrag“, in dem die Arbeitsbedingungen vereinbart werden. Die Verdi-Funktionäre sind in kämpferischer Stimmung und haben schon den nächsten Warnstreik im Hinterkopf. 

Sie sind noch ganz berauscht vom großen Erfolg des letzten Jahres: Zwischen Januar und April 2025 zwangen sie den BVG-Vorstand mit fünf Warnstreiks in die Knie. An acht Tagen standen alle Busse und Bahnen still. Verdi setzte 20 (!) Prozent mehr Gehalt für die Fahrer durch und im Durchschnitt 15 Prozent für alle 16.600 Beschäftigten des Verkehrsbetriebs.

Wo auf dieser Welt gibt es eine solche Lohnerhöhung? Kann man damit nicht zufrieden sein? Muss man schon nach einem Jahr wieder draufsatteln? 

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Der Tarifabschluss 2025 belastet die BVG mit 140 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr. Die Gewerkschaft macht sich offenbar keine Gedanken darüber, woher das Geld kommt. Es muss von den Fahrgästen bezahlt werden oder durch Zuschüsse des Senats – also von den Steuerzahlern insgesamt.

Verdi kämpft jetzt auch für längere Pausen an den Endhaltstellen. Diese „Wendezeiten“ sollen auf sechs Minuten verlängert  werden (aktuell: vier Minuten). Das sieht  nach einer Kleinigkeit aus, ist es aber nicht. Denn bei längeren Pausen müssen mehr Züge eingesetzt  oder der Takt müsste ausgedünnt werden. Dann müssten die Fahrgäste länger auf einen Bus oder eine Bahn warten.

Die Forderungen von Verdi sind nicht mehr normal, sondern einfach nur noch unanständig.

Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de