Bayerns Offensive unantastbar

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Wenngleich Vincent Kompany im Sommer 2024 nicht als favorisierte Lösung als Trainer des FC Bayern galt, ist seine bisherige Amtszeit ein voller Erfolg. Das 8:1 gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag war sein 50. Spiel in der Bundesliga. Insgesamt 39-mal ging die Mannschaft des 39 Jahre alten Belgiers als Sieger vom Platz – in Europas Top-5-Ligen war nur ein Trainer in seinen ersten 50 Ligaspielen erfolgreicher.
„Es ist nicht normal, es ist nicht selbstverständlich. Ich sage das schon oft in dieser Saison, aber es ist die Wahrheit – das darf man nicht vergessen. Die erste Halbzeit war wirklich nicht einfach“, sagte Kompany nach dem Kantersieg gegen die Niedersachsen. „Es sind diese Momente, in denen es 5:1, 6:1 oder 7:1 steht und wir trotzdem weitermachen, weiter pressen und versuchen, noch mehr Tore zu schießen.“ Die Bayern spielen in dieser Saison in eigenen Sphären, denn der Vorsprung auf Borussia Dortmund beträgt nach 16 Spieltagen bereits elf Zähler (zur Tabelle). Gewinnen die Münchner unter der Woche gegen den 1. FC Köln, wäre es die beste Hinrunde der Bundesliga-Historie. In seinem ersten Jahr holte Kompany mit 82 Punkten – 13 mehr als Vizemeister Bayer Leverkusen – die deutsche Meisterschaft.
Die einzigen Bundesliga-Niederlagen seiner Amtszeit verzeichnete Kompany in der vergangenen Saison gegen den VfL Bochum (2:3) und Mainz 05 (1:2). Insgesamt holte er 126 Zähler, was einem Punkteschnitt von 2,52 pro Partie entspricht – die gleiche Zahl, die Pep Guardiola nach seiner kompletten Amtszeit an der Säbener Straße aufwies. In der Bundesliga-Historie war insgesamt betrachtet kein Trainer besser.
Der Spanier sammelte in seinen ersten 50 Spielen sogar 132 Punkte und ist damit der einzige Trainer, der mit Blick auf diese Marke besser als Kompany startete. Der amtierende Bayern-Coach überholte am Wochenende Hansi Flick, welcher 125 Zähler holte. Die 100-Punkte-Marke in den ersten 50 Spielen knackten darüber hinaus nur Xabi Alonso (109, Leverkusen), Udo Lattek (103, FC Bayern), Edin Terzic (101, BVB) und Helmut Benthaus (100, Stuttgart).

Auch europaweit ist Guardiolas Amtszeit beim FC Bayern in dieser Statistik das Maß der Dinge. Danach folgt bereits Kompany, der punktgleich mit José Mourinho auf Rang zwei liegt. Der Portugiese heuerte 2004 beim FC Chelsea an und gewann in seinen ersten zwei Saisons die Premier League. Mit Flick beim FC Bayern und Thomas Tuchel bei Paris Saint-Germain schafften es zwei deutsche Trainer in die Top-10.

Kompanys irre Tor-Ausbeute – Fällt der Bundesliga-Rekord?
Wie sich auch gegen den VfL Wolfsburg zeigte, ist die herausragende Offensive Markenkern von Kompanys Spielstil. Insgesamt 162 Treffer durfte er bisher bejubeln, was mehr als drei Tore pro Partie sind. Die Bestmarke in der Bundesliga gehörte zuvor Flick, dessen Team in den ersten 50 Partien 153-mal erfolgreich war. Danach folgt Guardiola, dessen Offensive 133 Treffer erzielte. Doch nicht nur der Münchner Angriff liefert herausragende Zahlen, auch die Defensive steht. Der Rekordmeister kassierte unter dem ehemaligen HSV-Profi 44 Gegentreffer – auch hier wird er nur von Guardiola getoppt, bei dem es 26 waren.
In der Bundesliga befinden sich die Bayern nicht nur in Sachen Punkte, sondern auch was die Treffsicherheit angeht auf Rekordkurs. Nach 16 Spieltagen erzielte der Rekordmeister 63 Tore, was fast vier pro Partie entspricht. Den bisherigen Bestwert aus der Saison 2021/22 mit 52 Treffern unter Flick hat die Offensive um Harry Kane pulverisiert. Geht es so weiter, fällt der Bundesliga-Rekord aus der Saison 1971/72, als die Münchner 101 Tore erzielten. Es wäre erst das dritte Mal nach 1971/72 und 2019/20, dass die 100-Tore-Marke fällt.