Es ist die größte Angst eines jeden Kunstfreundes: Wenn sich das Bild, das man so lange für echt gehalten hat, plötzlich als Fälschung herausstellt. Besonders unangenehm ist das, wenn es dann auch noch vor Tausenden Zuschauerinnen und Zuschauern bei „Bares für Rares“ geschieht.
Leider mussten die Freunde Ines Konwiarz und Karl-Heinz Jansen aus Duisburg dies auf der ganz großen Bühne erleiden. Viel wussten die beiden nämlich nicht über das Gemälde, das sie am Montag (12. Januar 2026) mit zu „Bares für Rares“ gebracht hatten.
Duisburger sucht sein Glück bei „Bares für Rares“
Karl-Heinz wusste lediglich noch, dass sein Vater das Gemälde, das einen Mann auf einem Feldweg zeigt, während des Krieges erstanden hatte. Das Werk habe seinem Vater gar so viel bedeutet, dass dieser es zum Schutz vor Angriffen, im Keller eingemauert hatte. Doch war es wirklich so wertvoll?
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Da konnte glücklicherweise Kunst-Experte Colmar Schulte-Goltz weiterhelfen. So gebe es zwei Hinweise darauf, wer der Maler des Bildes sein könnte. Das Bild war nämlich in der unteren linken Ecke mit dem Namen Waldmann signiert. Ob der Anfangsbuchstabe des Vornamens nun ein „I“ oder ein „J“ war, konnte Colmar jedoch nicht unzweifelhaft erkennen. Hinweis darauf, dass es sich um ein „J“ handeln könnte, gab jedoch der Rahmen. Darauf war nämlich ein Schild mit dem Namen „J. Waldmann“ angebracht. Entstanden seien Rahmen und Schild in der Zeit um 1900, so Schulte-Goltz. Das Gemälde wohl eher kurz davor.
Nun jedoch stellte sich die Frage, welcher Waldmann das Bild gemalt habe. In Wien gab es den bekannten Künstler Jacob Waltmann. Dieser jedoch starb bereits 1871, also deutlich vor Entstehung des Gemäldes.
Fälschung bei „Bares für Rares“
„Dieses Bild evoziert also den Waltmannschen Stil. Aber macht einen Vorteil davon, dass der schon damals verstorbene Künstler Ähnliches, allerdings in höherer Qualität gemalt hat. Es sieht auf den ersten Blick aus wie ein Jacob Waltmann mit ‚t‘, aber es hat jemand signiert mit Waldmann mit ‚d’“, so Schulte-Goltz.
Dies lasse nur den Schluss zu, so der „Bares für Rares“-Experte, dass sich jemand an dem originalen Waltmann orientiert habe, und darüber sein Bild verkaufen wollte. „Es ist also eine verfälschte Absicht“, so Schulte-Goltz.
Ein herber Schlag für Karl-Heinz Jansen: „Ach du großer Gott!“ „Damit habe ich nicht gerechnet“, wirkt der Duisburger ehrlich schockiert. Und so blieb Horst Lichter nichts anderes, als dem Duo die Händlerkarte zu verwehren. Eine bittere Nachricht für den Mann, der das Bild nun wieder an die heimische Wand hängen wird.