Vom 12. bis 22. Februar 2026 finden die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin statt. Seit dem Jahr 2000 ist der Potsdamer Platz das Herz des Festivals – auch in diesem Jahr werden dort wieder die Wettbewerbsfilme sowie die Special-Gala-Premieren gezeigt. Die Verleihung der Hauptpreise, der Goldenen und Silbernen Bären, erfolgt am 21. Februar 2026.

Als Jurypräsident wird in diesem Jahr eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des internationalen Kinos fungieren: der deutsche Kultregisseur Wim Wenders. Seit Jahrzehnten bereichert er die Filmwelt mit Werken, die durch ihre Menschlichkeit und poetische Kraft begeistern, erklärte Festivalintendantin Tricia Tuttle in einer Pressemitteilung. Filme wie „Der amerikanische Freund (1977)“ prägten seit den 1970er-Jahren eine neue Filmsprache und formten das internationale Bild des deutschen Kinos. Wenders erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter Oscar-Nominierungen für seine Dokumentarfilme Buena Vista Social Club und die Pina-Bausch-Hommage Pina.

Während noch offen ist, wer in diesem Jahr die begehrten Bären mit nach Hause nehmen darf, steht eine Preisträgerin bereits fest: Michelle Yeoh wird mit dem Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die Verleihung findet im Rahmen der Eröffnungszeremonie am 12. Februar 2026 statt. Schon Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre galt Yeoh als Ikone des asiatischen Action- und Martial-Arts-Kinos, ihren internationalen Durchbruch feierte sie 1997 als chinesische Geheimagentin Wai Lin im James-Bond-Film Der Morgen stirbt nie. Tricia Tuttle würdigte sie als „visionäre Künstlerin und Performerin, deren Werk Grenzen überschreitet – geografisch, sprachlich und filmisch“.

Außerdem wurde am 12. Januar 2026 bekannt gegeben, dass der britisch-deutsche Komponist und Klangkünstler Max Richter mit der Berlinale Kamera geehrt wird. Die Verleihung wird am 18. Februar im Haus der Berliner Festspiele stattfinden, wo Regisseurin und Oscarpreisträgerin Chloé Zhao Richter den Preis überreichen wird, nachdem er mit ihr an ihrem jüngsten Film „Hamnet“ mitgearbeitet hat, der gerade von den Golden Globes als bestes Drama ausgezeichnet wurde. Für seine einzigartige Verbindung klassischer Kompositionstechniken mit elektronischen Elementen erhielt er bereits mehrere Grammy-Nominierungen, unter anderem für seine Arbeiten an internationalen Kinofilmen wie „Waltz with Bashir“ (2008) und „Ad Astra“ (2019). Auch sein Werk „SLEEP“, eine 8,5-stündige Klangreise in die Welt des Schlafs aus dem Jahr 2015, gilt als eines der innovativsten Projekte der klassischen Musik des 21. Jahrhunderts.

Derzeit wird noch viel über die Festivalfilme, den Eröffnungsfilm sowie das weitere Programm spekuliert. Die ersten Titel, die im Panorama sowie in der Nachwuchssektion Berlinale Generation laufen werden, stehen jedoch bereits fest.

Alle Filme aus der Sektion Berlinale Panorama:

„Allegro Pastell“ von Anna Roller | mit Sylvaine Faligant, Jannis Niewöhner, Haley Louise Jones, Luna Wedler, Martina Gedeck | Deutschland 2026, Weltpremiere

„Bucks Harbor“ von Pete Muller | mit David Cale, Mike Murphy, Vicki Patchell, Wayne Robinson | USA 2026, Weltpremiere

„Iván & Hadoum“ von Ian de la Rosa | mit Silver Chicón, Herminia Loh | Spanien / Deutschland / Belgien 2026, Weltpremiere

„Jaripeo“ von Efraín Mojica, Rebecca Zweig | Mexiko / USA / Frankreich 2026, Internationale Premiere

„London“ von Sebastian Brameshuber | mit Bobby Sommer | Österreich 2026, Weltpremiere

„Mouse“ von Kelly O’Sullivan, Alex Thompson | mit Sophie Okonedo, Katherine Mallen Kupferer, Chloe Coleman, David Hyde Pierce, Iman Vellani | USA 2026, Weltpremiere

„Only Rebels Win“ von Danielle Arbid | mit Hiam Abbass, Amine Benrachid | Frankreich / Libanon / Katar 2026, Weltpremiere

„Shibire“ („Numb“) von Takuya Uchiyama | mit Takumi Kitamura, Rie Miyazawa, Tsukasa Enomoto, Anji Kato, Masatoshi Nagase | Japan 2025, Internationale Premiere

„Staatsschutz“ („Prosecution“) von Faraz Shariat | mit Chen Emilie Yan, Julia Jentsch, Alev Irmak, Arndt Klawitter, Sebastian Urzendowsky | Deutschland 2026, Weltpremiere

„Trop c’est trop“ („Enough Is Enough“) von Elisé Sawasawa | Frankreich / Demokratische Republik Kongo 2026, Weltpremiere

„Two Mountains Weighing Down My Chest“ von Viv Li | Deutschland / Niederlande 2026, Weltpremiere

„Un hiver russe“ („A Russian Winter“) von Patric Chiha | Frankreich 2026, Weltpremiere