Damit steht die Frage im Raum: Wenn einzelne Schreiben nicht von „Vulkangruppen“ kommen, von wem dann?

Am 6. Januar, drei Tage nach dem Anschlag, veröffentlicht die linksextreme Website „Knack.news“ einen zweiten Text. Nachdem in verschiedenen Medien über einen russischen Ursprung des Bekennerschreibens spekuliert wurde, weisen die Verfasser unter dem Titel „Richtigstellung“ eine Beteiligung des Kreml zurück. Ob der Text wirklich von den Saboteuren stammt, lässt sich nicht unabhängig prüfen. Inzwischen wurde das Schreiben gelöscht.

Am 7. Januar erscheint auf „Indymedia“ ein weiterer Text, geschrieben offenbar von einer anderen „Vulkangruppe“. Die Verfasser geben sich als „ursprüngliche“ Vulkangruppe von 2011 aus und distanzieren sich scharf von allen neueren Aktionen. Ihr Argument: Sie hätten damals ausschließlich gegen Militarismus gekämpft, nicht gegen „gesellschaftliche Grundversorgung“. Der Ukraine-Krieg habe alles verändert, Sabotage sei heute „objektiv Teil einer allgemeinen Destabilisierung“.

Ein Streit zweier „Vulkangruppen“? Keine 19 Stunden später folgt die Antwort, der Titel diesmal: „Das Grollen des Sundhnúkagígar“, benannt nach einem aktiven Vulkan auf Island. „In der Nacht zum 3. Januar haben wir das Stromnetz in Berlin-Lichterfelde lahmgelegt“. Und: „Mit gezielten Schnitten und Bränden an den Kabelbrücken haben wir die Adern des Systems durchtrennt.“ Die Schreiber bezeichnen sich als die „Echten“ – betonen aber, dass sich „in letzter Zeit“ die „falschen Bekennerschreiben mehren“. Der Text wurde inzwischen von „Indymedia“ gelöscht.