Viele der Eichenstämme, auf denen der Federseesteg und die Plattform stehen, weisen seit Kurzem starke Beschädigungen auf und müssen wohl aufwendig saniert oder gar ausgetauscht werden. Momentan stehen die Biber in Verdacht, aber auf den zweiten Blick zeigt sich, dass sie nicht für alles verantwortlich sein könnten.
2011 wurde der neue Federseesteg nach rund drei Jahren Bauzeit feierlich eingeweiht. Aus Gründen der Langlebigkeit wurde nur Eichenholz verbaut, das mindestens 50 Jahre halten sollte. Inzwischen sind 15 Jahre vergangen und viele der im Wasser stehenden Eichenstämme sind am Verrotten.
Bauholz könnte von Pilz befallen sein
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Zunächst waren als Schuldige die Biber, seit einigen Jahren dort heimisch, als Verursacher ausgemacht. Jetzt, da der See gefroren ist, konnten NABU-Mitarbeiter den am stärksten betroffenen Bereich bei der Plattform im See begehen und haben zunächst Gittergeflecht an den betroffenen Stämmen angebracht, um dem Biber seine Arbeit zu erschweren.
Inzwischen hat der Bad Buchauer Bauhof die Situation begutachtet. Demnach könnte das Bauholz wohl damals länger im Wald gelagert und vermutlich da schon mit einem Pilz befallen gewesen sein. Die doch große Menge an Baumstämmen, die gebraucht wurde, immerhin um die 1800 Stämme, könnte dann bei Lieferung an den Federsee nicht mehr ganz optimal gewesen sein. Im Klartext heißt das, dass die Stämme eventuell von innen her beim Einbau schon geschädigt waren. Der Biber könnte damit zwar einen Teil dazu beigetragen haben, eine Alleinschuld hat er aber wohl nicht zu tragen.
Sanierung muss bei gefrorenem See passieren
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Beim Ortstermin waren auch etliche „Bauholzspezialisten“ unter den Schlittschuhläufern zu finden. Deren Meinung muss zwar nicht immer bestätigt werden, aber einige davon waren sicher nicht ganz unrichtig: „Das war niemals ein Biber, und Biberbisse sind das auch nicht“ oder „Das Holz ist von innen her verfault“, was man auch beim genaueren Hinsehen erkennen kann.
Alle diese Meinungen ändern nichts an der Situation für den Buchauer Bauhof, der nun die Sanierung angehen muss. Bauhofchef Jörg Schmid denkt an eine Methode, die zwar auch viel Arbeit mit sich bringt, aber doch ohne Abbrucharbeiten am Steg vonstatten gehen könnte. Allerdings muss das passieren, solange der See noch gefroren und für die Arbeiter begehbar ist.
Dazu müsste dann auch der Steg eine Zeit lang wohl für Publikumsverkehr gesperrt werden. Angedacht, so Schmid, sei zunächst, die betroffenen Stämme etwas unterhalb der Wasserlinie abzusägen, dann das fehlende Stück aus neuem Holz auf der Schnittstelle aufzusetzen, mit Laschen oben und unten zu verbinden und um die Schnittstelle eine Manschette aus Edelstahl anzubringen. Wie viele der Holzstämme überhaupt betroffen sind, muss demnächst noch genauer überprüft werden. Aber zunächst sind die Stämme bei der Plattform vorrangig zu richten.