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Autos fahren bei gefrierenden Regen über eine StraßeGlätte (Archivbild) © Christophe Gateau/dpa/dpa-tmn

München/Landkreis – Nach einer klirrend kalten Winternacht sollen am Montag (12. Januar) die Temperaturen in Deutschland, Bayern und der Region vielerorts wieder steigen. Wenn dann auf die tief gefrorenen Boden auch noch Regen fällt, kann es sehr gefährlich werden. Es gibt deswegen auch eine offizielle Wetterwarnung.

Service:Update, 19.20 Uhr – Glätte-Chaos am Abend

Wie gefährlich die aktuelle Verkehrslage ist, zeigen auch die Entwicklungen am Abend überall in der Region. Bei Palling, Haag und Tuntenhausen haben sich jeweils schwere Unfälle mit Verletzten abgespielt. Bei Palling kollidierte ein Auto mit einem Rettungswagen, bei Haag stießen ein Kleinbus und ein Sattelschlepper zusammen und in einen heftigen Zusammenstoß bei Tuntenhausen waren gleich mehrere Fahrzeuge verwickelt.

Update, 16.30 Uhr – So gefährlich ist die aktuelle Lage

Schnee, Eis und Verkehrschaos prägen weiterhin den Alltag in Bayern. Nach Wintersturm „Elli“ sorgt nun Tief „Gunda“ für gefährliche Straßenverhältnisse. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt erneut eindringlich vor Glatteis, insbesondere durch gefrierenden Regen und überfrierende Nässe. Für den gesamten Freistaat gilt aktuell die Unwetterwarnstufe drei von vier. Nahe Nürnberg kam es bereits zu einem tödlichen Verkehrsunfall.

Vor allem in Ostbayern bleibt die Lage kritisch, auch wenn die Temperaturen regional leicht ansteigen. Die Gefahr von Blitzeis ist vielerorts weiterhin gegeben.

ADAC rät von Autofahrten ab

Angesichts der angespannten Situation empfiehlt der ADAC, unnötige Fahrten möglichst zu vermeiden. Besonders bei Blitzeis sei es sicherer, das Auto stehen zu lassen, erklärte ein Sprecher. Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) mahnte zur Vorsicht. Gegenüber der „Bild“-Zeitung betonte er, die gefährliche Wetterlage sei noch nicht überstanden.

Flugausfälle – Bahnverkehr bislang stabil

An den bayerischen Flughäfen kam es wetterbedingt zu ersten Einschränkungen. Am Flughafen München wurden nach Angaben eines Sprechers am Vormittag 15 Flüge von insgesamt 736 geplanten Bewegungen gestrichen. Auch am Airport Nürnberg fielen bereits mehrere Starts und Landungen aus. Dort waren für den Tag 69 Flugbewegungen vorgesehen, von denen vier annulliert wurden. Reisende sollten sich auf mögliche weitere Verzögerungen einstellen, da auch Störungen an anderen Flughäfen Auswirkungen haben könnten.

Der Bahnverkehr blieb hingegen zunächst weitgehend stabil. Bis zum Vormittag seien keine größeren wetterbedingten Beeinträchtigungen bekannt gewesen, teilte die Deutsche Bahn mit.

Unterrichtsausfall in mehreren Regionen

Wegen der Glatteisgefahr findet in zahlreichen Regionen kein Präsenzunterricht statt. Besonders betroffen ist der Untermain. In den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg erklärten die Kommunen, dass die Schulwegsicherheit nicht gewährleistet werden könne. In Oberfranken endet der Präsenzunterricht bereits am frühen Nachmittag, eine Notbetreuung wird angeboten.

Auch in Teilen Frankens – darunter die Landkreise Nürnberger Land, Rhön-Grabfeld, Haßberge und Bad Kissingen – fällt der Unterricht teilweise aus. In Niederbayern wurde im Landkreis Deggendorf der Nachmittagsunterricht abgesagt, im Landkreis Straubing-Bogen wurde dies empfohlen. Bereits am Freitag waren vor allem im Osten Bayerns viele Schulen geschlossen geblieben.

Ein unterrichtsfreier Tag ist dies jedoch nicht zwangsläufig: Die Schulleitungen entscheiden, ob der Unterricht digital stattfindet oder Aufgaben bereitgestellt werden.

Tödlicher Unfall bei spiegelglatten Straßen

Auf den Straßen sind Räumdienste im Dauereinsatz, dennoch bleibt die Lage vielerorts gefährlich. Auf der Autobahn 6 nahe Nürnberg kam es zu mehreren Unfällen. Bei einem schweren Zusammenstoß zwischen einem Lastwagen und zwei Autos verlor ein Mensch sein Leben. Nach Angaben der Polizei geriet der Lkw ins Schleudern, kam auf die linke Spur und erfasste zwei Fahrzeuge. Sowohl der Lastwagen als auch eines der Autos gingen in Flammen auf. Mehrere Beteiligte wurden verletzt.

Bereits am Wochenende hatte die Polizei zahlreiche glättebedingte Unfälle registriert, meist mit Blechschäden, vereinzelt auch mit Verletzten. In der Nacht kippte zudem ein Lastwagen auf der A7 an einer Baustelle bei Bad Kissingen um und blockierte die Fahrbahn. Ob Glätte hierbei eine Rolle spielte, war zunächst unklar.

Ausblick: Entspannung im Süden, Gefahr im Osten

Im Süden Bayerns rechnen Meteorologen im Tagesverlauf mit steigenden Temperaturen und einer allmählichen Entspannung. In Ostbayern hingegen bleiben die Temperaturen vielerorts unter dem Gefrierpunkt. Für Dienstag erwartet der DWD überwiegend dichte Bewölkung. Von Unterfranken bis nach Südostbayern kann es erneut zu Regen kommen – teilweise wieder als gefrierender Regen.

Update, 12.45 Uhr – Schulbus gerät bei Perach ins Rutschen

Auf der Kreisstraße AÖ5 bei Perach (Landkreis Altötting) ist am Mittag bei winterlichen Straßenverhältnissen ein Schulbus ins Rutschen geraten und stecken geblieben. Ersten Erkenntnissen vor Ort zufolge muss der Bus nun aufwendig geborgen werden. Zum Zeitpunkt des Unfalls sollen sich jedoch keine Schulkinder im Bus befunden haben. Die Rettungskräfte sind im Einsatz.

Unfall mit Bus bei Perach am Montag (12. Januar)Unfall mit Bus bei Perach am Montag (12. Januar)Fotostrecke ansehenUpdate, 11.25 Uhr – Tanklaster rutscht von B305

Auch im Landkreis Berchtesgadener Land war es am frühen Vormittag zu einem witterungsbedingten Unfall gekommen. Auf der B305 zwischen Wachterl und Unterjettenberg (Gemeinde Schneizlreuth) geriet ein Tanklaster ins Schleudern und rutschte mit der Zugmaschine von der Bundesstraße in den Graben. Es folgte ein größerer Feuerwehreinsatz und eine aufwendige Bergung, die erst um kurz nach 11 Uhr beendet war. Bis dahin kam es auf der Bundesstraße zu Verkehrsbehinderungen.

Update, 11 Uhr – Glätteunfall in Wasserburg

Im Stadtgebiet von Wasserburg hat sich am Vormittag ein glättebedingter Unfall ereignet. An der Kreuzung Priener Straße/Dirnecker Straße stießen gegen 9.50 Uhr ein Kastenwagen und ein Kombi zusammen. Daraufhin rückten Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und Abschleppdienst an. Ersten Erkenntnissen zufolge wurde glücklicherweise niemand verletzt. Beide Fahrzeuge wurden allerdings erheblich beschädigt. Zum Unfallhergang wird vermutet, dass der Kastenwagen bei winterlichen Straßenverhältnissen zu schnell dran war und dann über die Kreuzung rutschte, wo er mit dem anderen Fahrzeug kollidierte.

Unfall auf Priener Straße in Wasserburg am Montag (12. Januar)Unfall auf Priener Straße in Wasserburg am Montag (12. Januar)Fotostrecke ansehenUpdate, 10 Uhr – Annullierungen an bayerischen Airports

An den Flughäfen in Bayern haben Airlines zahlreiche Flüge wetterbedingt gestrichen. „Aktuell liegen uns 15 Annullierungen bei 736 geplanten Flugbewegungen aufgrund der Wetterlage vor“, teilte ein Sprecher des Flughafens München mit. Am Airport Nürnberg waren für Montag 69 Starts und Landungen geplant – davon waren am Vormittag bereits vier Flugbewegungen annulliert.

Update, 8.55 Uhr – Auto kollidiert mit Räumfahrzeug

Auf der Staatsstraße 2359 hat sich am Montagmorgen ein offenbar witterungsbedingter Unfall ereignet. Zwischen Rosenheim und Wasserburg kollidierten auf Höhe Aign bei Vogtareuth (Landkreis Rosenheim) ein Auto und ein Fahrzeug des Räumdienstes. Laut Informationen von vor Ort kam es teils zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Gegen 7 Uhr wurde der Verkehr von der Polizei jeweils wechselseitig an der Unfallstelle vorbeigeleitet. Über etwaige Verletzte gab es zunächst keine Angaben.

Update, 7.40 Uhr – „Höhepunkt“ wohl Montagvormittag

Der Montag bringt in vielen Teilen Bayerns gefrierenden Regen und Glatteis. Von Westen her ziehen laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) Niederschläge auf, die auf kalten Böden gefrieren. „Es ist mit erheblichen Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen zu rechnen“, teilten die Fachleute mit. Wegen der Glatteisgefahr rief der DWD die zweithöchste Unwetterwarnstufe für den gesamten Freistaat aus. 

Der „Höhepunkt“ soll wohl in der Zeit zwischen 10 Uhr und 12 Uhr erreicht werden. Ab der Mittagszeit kann sich die Lage demnach im Westen entspannen. Im Osten des Freistaates könnte die Lage allerdings bis Dienstagmorgen angespannt bleiben, da vor allem auch in der Nacht auf Dienstag (13. Januar) noch einmal Regen erwartet wird. Im Westen Bayerns und in Alpennähe gibt es dann 4 bis 0 Grad, sonst 0 bis -5 Grad.

Update, 6.40 Uhr – Teilweise kein Präsenzunterricht in Bayern

In einigen Regionen in Bayern entfällt aufgrund der Wetterlage am Montag der Präsenzunterricht an den Schulen – und zwar in Stadt und Landkreis Aschaffenburg sowie im Landkreis Miltenberg (Unterfranken). Im Landkreis Nürnberger Land gibt es einen Teilausfall. Das Bayerische Kultusministerium hatte alle Informationen zu Schulausfällen HIER zusammengefasst. In Nordrhein-Westfalen bleiben die Schulen am Montag komplett geschlossen, auch anderswo in Deutschland gibt es Schließungen/Teilschließungen.

Die Erstmeldung:

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für die Region auch eine offizielle Warnung vor Glatteis veröffentlicht. rosenheim24.de hatte bereits berichtet. Diese Warnung gilt am Montag (12. Januar) zunächst als Vorwarnung (ab 9 Uhr) und dann als offizielle Unwetterwarnung für die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting. Gewarnt wird „vor hoher Glättegefahr durch gefrierenden Regen und Eisansatz“, wie es von Seiten der Meteorologen hieß.

Ab Montagvormittag zieht nämlich von Westen her Niederschlag auf. Nach einer kurzen Schneephase geht der Niederschlag in Regen über, der auf kalten Böden gefriert. „Es besteht verbreitet Gefahr vor Glatteis. Es ist mit erheblichen Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen zu rechnen“, warnten die Experten. Im Laufe des Abends setzt sich von Südwesten dann mildere Luft durch, so dass sich die Lage dann allmählich entspannen sollte. Bereits am Freitag (9. Januar) hatte Glatteis-Alarm Bayern und die Region in Atem gehalten.

Was tun bei Blitzeis?

Blitzeis entsteht laut Wikipedia, wenn Regen oder Nebel auf eine gefrorene Fahrbahn treffen. Die Folge: Das Wasser gefriert sofort und bildet eine harte, glasige, zusammenhängende Eisschicht. Besonders groß ist die Gefahr von Blitzeis an schattigen Orten, etwa in Wäldern oder auf Brücken, wo die Straße bei winterlichen Temperaturen stark abkühlen kann. Nicht überall weisen Schilder auf die Gefahr hin. Das Tückische an überfrierender Nässe: Die Eisschicht ist kaum zu erkennen und tritt plötzlich auf.

Autofahrer sollten sich rechtzeitig vor Fahrtantritt über die aktuellen Straßenverhältnisse informieren. Vorausschauend und umsichtig fahren ist das A und O. Die Devise lautet: größeren Abstand zum Vordermann halten, sanft bremsen und auf keinen Fall hektisch lenken. Wenn Ihr unterwegs vom Eisregen überrascht werdet, solltet Ihr lieber eine Pause einlegen und im Zweifel auf den Streudienst warten. (mw)