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HSV stellt klar: Vorwürfe gegen Kuntz waren Grund für Trennung (2 Min)

Stand: 12.01.2026 20:53 Uhr

Im Fall der Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen Ex-HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz hat sich nun auch der Hamburger Fußball-Bundesligist erstmals geäußert. Demnach hätten „Vorwürfe eines schwerwiegenden Fehlverhaltens“ zur Vertragsauflösung geführt.

In einem Statement des HSV-Aufsichsrats vom Montag heißt es unter anderem, dass die Vorwürfe im Dezember 2025 an das Gremium herangetragen worden seien. Der Aufsichtsrat habe „sofort nach Kenntnisnahme der Vorwürfe mit Unterstützung spezialisierter externer Anwälte die Aufklärung der Vorfälle eingeleitet“.

Ein Ergebnis daraus war für den Verein: „Nach sorgfältiger Prüfung und der Erkenntnis, dass die Vorwürfe glaubhaft sind, hat der Aufsichtsrat umgehend entschieden, eine schnellstmögliche Trennung von dem Vorstandsmitglied anzustreben.“ Weiter hieß es in dem Statement des Gremiums: „Aufgrund der expliziten Bitte der betroffenen Personen hatte bei der Trennung der Schutz der Betroffenen oberste Priorität, die auch weiterhin anhält.“

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HSV: Schwere Anschuldigungen gegen Stefan Kuntz (1 Min)

Vorwurf der sexuellen Belästigung gegen Ex-HSV-Boss Kuntz

Wie zuerst die „Bild“ berichtet hatte, geht es um Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Kuntz. Demzufolge hat sich eine Mitarbeiterin des HSV Anfang Dezember beim Aufsichtsrat gemeldet. Daraufhin sei es zu internen Untersuchungen gekommen, die von einer Anwaltskanzlei geführt wurden. Auch andere Frauen, die beim Club arbeiten, seien befragt worden, dabei sei es zu weiteren Anschuldigungen gekommen.

Kuntz hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe am Sonntag „entschieden“ zurückgewiesen. In einem Post auf der Social-Media-Plattform Instagram hatte er angekündigt, gegen die wie er sagt „falschen Vorwürfe und Vorverurteilungen“ anwaltlich vorzugehen.

Sportvorstand Stefan Kuntz vom Hamburger SV

Stefan Kuntz sieht sich nach seinem Aus beim Hamburger Bundesligisten mit schweren Anschuldigungen konfrontiert. Am Sonntagabend reagierte der 63-Jährige.

HSV: Kuntz hat nicht Stellung bezogen

Eine Chance, gegenüber dem Aufsichtsrat Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen, habe der 63-Jährige nach Angaben des HSV vom Montag „trotz mehrfacher Angebote explizit nicht genutzt“. Die von Kuntz geäußerten Vorwürfe einer „Verleumdungskampagne“ nannte der Aufsichtsrat „klar unzutreffend und irreführend“.

Kuntz hatte sich mit dem HSV kurz nach dem Jahreswechsel überraschend auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Der offizielle Grund: „persönliche familiäre“ Gründe. Der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Papenfuß hatte von intensiven Gesprächen zwischen Weihnachten und Neujahr gesprochen.

Sportlich gute Bilanz

Kuntz hatte das Amt bei den Hanseaten Ende Mai 2024 angetreten. Unter dem Europameister von 1996 gelang dem HSV im siebten Anlauf die Bundesliga-Rückkehr. Nach dem Aufstieg trug er Verantwortung für einen großen personellen Umbruch, den er nach einer reiflichen Analyse für unausweichlich befand.

Obwohl der 63-Jährige die Hamburger sportlich wieder auf Kurs brachte, war die Verlängerung seines ursprünglich am Saisonende auslaufenden Vertrags keine Formalie. Die Verhandlungen über ein neues Arbeitspapier dauerten an – bis Kuntz schließlich um den Jahreswechsel herum um die Auflösung seines Kontrakts bat.

HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz

Der 63-Jährige hat den Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten aus persönlichen familiären Gründen um eine sofortige Beendigung seiner Tätigkeit gebeten.

Wichtige Bundesliga-Woche für den HSV

Die außersportliche Unruhe kommt für die Hamburger vor einer sportlich wegweisenden Woche: Am Dienstag empfängt der HSV im Volksparkstadion Leverkusen (20.30 Uhr, im NDR Livecenter), am Sonnabend (15.30 Uhr) kommt Borussia Mönchengladbach.

Ole Wackermann und Maiken Nielsen stehen vor einem Hintergrund, der den Hamburger Hafen und die Elphilharmonie am Abend zeigt, und lächeln in die Kamera.

Kuntz weist die Vorwürfe zurück, der HSV-Aufsichtsrat hält sie dagegen für glaubhaft. Außerdem: Eisregen sorgt für Straßenglätte in Hamburg.

HSV-Trainer Merlin Polzin steht im Regen und hat eine Hand im Haar.

Die Hamburger stehen in der Bundesliga vor einer wichtigen Woche mit zwei Spielen im Volkspark. Ausgerechnet jetzt beschäftigen aber massive Störgeräusche abseits des Platzes den Verein.