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Die Autismus-Barbie ist da.

„Bitte was?“, werden sich jetzt vermutlich viele fragen. Die Puppe ist Teil der Fashionistas-Kollektion, in der die ikonische Spielfigur nicht immer blond und gertenschlank ist. Die Reihe umfasst Barbie in unterschiedlichen Hauttönen und Körpertypen sowie mit medizinischen Bedingungen und Behinderungen – ab heute auch mit Autismus.

Was ist Autismus? Autismus ist eine neurologische Entwicklungsvariante, bei der Menschen Informationen, soziale Situationen und Reize anders wahrnehmen. Er zeigt sich zum Beispiel in der Kommunikation, im Bedürfnis nach Routinen oder in besonderen Interessen. Autismus ist keine Krankheit, sondern ein Spektrum mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen.

Man geht davon aus, dass mindestens ein Prozent der Bevölkerung im Autismus-Spektrum ist.

Mit Autismus-Betroffenen entwickelt

Die neue Barbie wurde über mehr als 18 Monate hinweg in Zusammenarbeit mit dem Autistic Self Advocacy Network (ASAN) entwickelt. Die Organisation wird von und für autistische Menschen geführt. Sie setzt sich dafür ein, dass Erfahrungen aus dem Autismus-Spektrum authentisch dargestellt werden.

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Bei der Gestaltung legten die Designer unter anderem Wert auf folgende sechs Details.

  • Bewegliche Gelenke an Ellbogen und Handgelenken: Um Bewegungen darzustellen, die manche Autisten zur Verarbeitung von Reizen oder als Ausdruck von Freude nutzen.
  • Barbie ist leicht seitlich ausgerichtet: Manche Menschen mit Autismus meiden den direkten Augenkontakt.
  • Fidget-Spinner als sensorisches Hilfsmittel: Werkzeuge, die helfen, Reizüberflutung zu reduzieren oder gezielt Reize zu suchen, wie Fidget Toys (Zappeln zur Konzentration).
  • Noise-Cancelling-Kopfhörer: Um die Reize aus Hintergrundgeräuschen zu reduzieren.
  • Tablet mit symbolbasierter AAC-Kommunikation auf dem Display: Hilfsmittel zur unterstützten Kommunikation. Solche Geräte werden genutzt von Menschen, die nicht oder nur eingeschränkt sprechen können – etwa Autisten –, aber dennoch aktiv kommunizieren möchten.
  • lockere, sensorisch freundlich gestaltete Kleidung: Kleidung, die Reizüberempfindlichkeiten berücksichtigt, wie sie bei vielen autistischen Menschen vorkommen, etwa gegenüber Druck, Nähten, Stoffen oder Temperatur.

„Die Zusammenarbeit mit ASAN hat uns geholfen, jedes Detail authentisch zu gestalten“, sagt Jamie Cygielman, Global Head of Dolls bei Mattel.

Rafaela Lisbeth Kiene – selbst Autistin – mit der neuen Barbie

Rafaela Lisbeth Kiene – selbst Autistin – mit der neuen Barbie

Foto: Mattel

Mit Barbie Verständnis fördern

Die deutsche Markenbotschafterin für die Autismus-Barbie ist Rafaela Lisbeth Kiene. Sie ist selbst Autistin und klärt in den sozialen Medien über das Leben mit Autismus auf. Sie sagt: „Als autistische Frau und Sozialarbeiterin weiß ich, dass Autismus für viele Menschen als Einschränkung wahrgenommen wird. Viele Barrieren entstehen dabei erst durch eine Umwelt, die auf unterschiedliche Wahrnehmungen nicht eingestellt ist. Repräsentation im Kinderzimmer kann helfen, für diese Realität früher eine Sprache zu finden und Verständnis zu fördern.“