Eintracht-Trainer Dino Toppmöller.

Stand: 12.01.2026 16:43 Uhr

In Stuttgart geht es für die Eintracht darum, erneut die Basics des Fußballs auf den Rasen zu bringen. Eine gewisse „Spielschläue“, so Trainer Toppmöller, sei ebenfalls nötig. Und womöglich ja sogar eine Doppelspitze.

Als die Frankfurter Fußballer am späten Freitagabend mit hängenden Schultern und gesenkten Köpfen vor der Nordwestkurve standen, die Mienen gezeichnet vom späten Ärgernis, dem Dortmunder Ausgleichstreffer zum 3:3, schallte es ihnen entgegen: „Auswärtssieg, Auswärtssieg!“ Die Forderung des Anhangs: Nur nicht verzagen, einfach so weitermachen und dann eben am Dienstag (18.30 Uhr) beim VfB Stuttgart den ersten Dreier des Jahres einfahren.

Blöd nur, dass eben jener Verein für Bewegungsspiel nach den Über-Bayern am Wochenende die zweitbeste Leistung des ersten Bundesliga-Wochenendes 2026 gezeigt hat. In Leverkusen, dort also, wo die Eintracht selbst seit einer Ewigkeit regelmäßig untergeht, führten die Stuttgarter den Gegner vor. In der ersten Hälfte überrannten Deniz Undav, Jamie Leweling und Co. die Gastgeber geradezu – und konnten sich nach dem Seitenwechsel im Gefühl des sicheren Sieges fast schon schonen für das Kräftemessen gegen die Eintracht.

Keine Frage, in Stuttgart herrscht Euphorie, ist nach wechselhaften Vorstellungen im vergangenen Jahr der Glaube an die eigene Stärke derzeit riesig. „Stuttgart paart fußballerische Klasse mit guter Körperlichkeit“, sagt auch Eintracht-Trainer Dino Toppmöller und rechnet daher mit einem „heißen Duell“.

Skhiri im Kader, Chaibi noch nicht

Für die Eintracht bedeutet das, so zu spielen wie am Freitagabend gegen den BVB. Klingt einfach, kann es auch sein, muss es aber eben auch nicht. Die wehrhafte Leistung gegen die Dortmunder sollte einerseits Maßstab für die nächsten Auftritte sein. Andererseits spielt bei den Hessen in dieser Runde immer auch ein bisschen Skepsis mit. Um nur ein Beispiel zu nennen: Auf den sehr guten Pokalauftritt im Oktober ebenfalls gegen die Borussia folgte nur vier Tage später eine Minusleistung beim 1:1 in Heidenheim. Es ließen sich noch weitere dieser Momente finden.

Diesmal jedoch soll es anders sein, diesmal will die Eintracht ihren eingeschlagenen Weg fortsetzen und mit ihrem Dortmund-Gesicht auch in Stuttgart auflaufen. Und mehr noch, so Toppmöller: „Wir müssen schlauer werden!“ Als Beispiel nannte der Coach den Ausgleich in letzter Minute, dem 30 Sekunden zuvor ein eigener Einwurf vorausgegangen war. Nnamdi Collins warf diesen aus Sicht seines Trainers nicht nur zu schnell ein, sondern faktisch auch noch direkt ins Seitenaus. Collins, so Toppmöller, hätte sich cleverer verhalten sollen, zum Beispiel ein bisschen Zeit von der Uhr oder womöglich eine Gelbe Karte in Kauf nehmen können. „Da geht’s um Spielschläue“, so der Trainer.

Ebnoutalib und Kalimuendo: Denkbare Doppelspitze

In Stuttgart kann Trainer Toppmöller derweil auf all jene Profis zurückgreifen, die ihm auch gegen Dortmund zur Verfügung standen. Zudem kehrt der von seiner Erkältung genesene Jean-Mattéo Bahoya als Wechsel-Alternative zurück in den Kader, ebenso Ellyes Skhiri, der seinen Kurzurlaub nach dem Afrika-Cup beendet hat. Fehlen werden dagegen weiterhin die verletzten Jonathan Burkardt, Michy Batshuayi, Elias Baum und Timothy Chandler sowie der noch urlaubende Afrika-Cup-Fahrer Farès Chaibi.

Im Angriff wird Younes Ebnoutalib erneut gesetzt sein. Nach seinem (fast) märchenhaften Debüt im Eintracht-Trikot strotzt der 22-Jährige nur so vor Selbstvertrauen. Zudem darf sich auch der zweite stürmende Winterzugang, Arnaud Kalimuendo, der nach seiner Einwechslung ebenfalls eine starke Premiere feierte, Hoffnungen auf sein Startelf-Debüt machen. Er sei dafür ein Kandidat, so Toppmöller.

Kalimuendo könnte zum Beispiel anstelle von Ansgar Knauff ins Team rutschen. „Von den Profilen her könnten Younes und Arnaud gut zueinander passen“, so Toppmöller, der jedoch zu bedenken gab, dass es auch wichtig sei, Alternativen zum Nachschieben auf der Bank zu haben.

So könnte die Eintracht spielen

So könnte die Eintracht gegen Stuttgart starten

Hessischer Rundfunk