Demonstranten protestieren mit Schild "Ja nichts ist ok Volksbühne" (Quelle: dpa/Stefan Boness)

Stand: 12.01.2026 20:47 Uhr

An Berliner Bühnen soll es am Montag und Dienstag einen Ausstand geben. Die Gewerkschaft Verdi hat während der laufenden Tarifverhandlungen dazu aufgerufen.

  • Beschäftigte der Berliner Bühnen Montag und Dienstag zu Streik aufgerufen
  • Hintergrund sind laufende Tarifverhandlungen
  • Situation an Schaubühne laut Gewerkschaft besonders angespannt

Die Beschäftigten der Schaubühne Berlin, der Volksbühne und des Maxim-Gorki-Theaters sind am Montag von der Gewerkschaft Verdi zu einem Warnstreik aufgerufen. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen zum Tarifvertrag der Länder (TV-L).

Im Rahmen des Streiks ist am Montag ab 18 Uhr eine Kundgebung vor der Schaubühne am Lehniner Platz geplant, teilte Verdi mit.

Am Dienstag solle der Streik dann auf das Berliner Ensemble, das Deutschen Theater, die Stiftung Oper, das Konzerthaus und das Theater an der Parkau ausgeweitet werden. Für 10:30 Uhr am Dienstag ist dann eine große Kundgebung vor dem Haus der Berliner Festspiele angekündigt.

Verdi: Tarif-Situation an der Schaubühne besonders problematisch

„Wir protestieren vor dem Haus der Berliner Festspiele, um deutlich zu machen, dass hinter den Kulturproduktionen Menschen stehen, die von ihrer Arbeit leben müssen. Die Wut der Beschäftigten über die Missachtung durch die Sparpolitik der letzten Jahre sitzt tief. (…) Sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro, sind das Mindeste, was die Kolleg*innen jetzt verdient haben“, teilte der Verdi-Landesfachbereichsleiter für den Bereich Kultur in Berlin-Brandenburg, Lucas Krentel, mit.

Der Kundgebungsort am Montag wurde laut der Gewerkschaft bewusst gewählt, weil die Tarifsituation an der Schaubühne nach Angaben der Gewerkschaft besonders problematisch sei. Anders als an der Volksbühne und am Maxim-Gorki-Theater würden dort Tariferhöhungen aus dem TV-L nicht automatisch übernommen. Das führe zu Unsicherheit und Ungleichbehandlung der Beschäftigten, kritisierte die Gewerkschaft.

Die Gewerkschaft fordert für die Schaubühne eine verbindliche Regelung, nach der Entgeltsteigerungen aus dem TV-L automatisch übertragen werden. Mit der Kundgebung wollen sich auch Beschäftigte der beiden anderen Bühnen solidarisieren.

Sendung: rbb24 Inforadio, 12.01.2026, 14 Uhr

Rundfunk Berlin-Brandenburg