Bielefeld. Angesichts der aktuellen Wetterlage fordert die Partei „Lobbyisten für Kinder“ von der Stadt und dem Verkehrsunternehmen Mobiel ein kostenloses Winterticket für alle Kinder für die Monate Januar und Februar. „Ganz abgesehen davon, dass wir ganzjährig ein kostenloses ÖPNV-Ticket für alle Schüler in der Stadt fordern, möchten wir zumindest Druck auf die Politik machen und uns für ein kostenloses Winterticket für die Monate Januar und Februar stark machen“, sagt die Bielefelder Parteivorsitzende Nicole Reese, die bei der Kommunalwahl 2025 als Oberbürgermeister-Kandidatin angetreten war.

Die günstigste Alternative koste für Selbstzahler ab Januar 2026 jetzt 43 Euro pro Kind. Allerdings müsse der Antrag auf das Deutschlandticket für Schüler bis zum 20. des jeweiligen Vormonats bestellt werden, nachdem die Schule eine Bestätigung ausgefüllt hat. Das sei für Januar nicht mehr umsetzbar. „Alle Schüler, die angesichts der Wetterlage Schwierigkeiten haben, zur Schule zu kommen, müssen entweder von den Eltern gebracht werden, sich wagemutig aufs Fahrrad schwingen, lange Wege zu Fuß zurücklegen oder das Deutschlandticket für Erwachsene für 63 Euro erwerben“, ärgert sich Reese. Das sei für die meisten Eltern „schlicht nicht zumutbar“ – vor allem, wenn sie mehrere Kinder haben.

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Einfache Lösung: Schülerausweis gilt als Ticket

Die Kosten für ein stadtweites Schüler-Winterticket seien gering, denn der ÖPNV fahre ja sowieso und sei damit „quasi schon bezahlt“. Die Kontrolle sei einfach: „Alle Kinder ab Klasse fünf beziehungsweise zehn Jahren zeigen einfach ihren Schülerausweis einer Bielefelder Schule vor und dieser gilt dann als Ticket.“ Damit würde die Verkehrssicherheit erhöht, der ÖPNV bekannter gemacht und unnötige Privatfahrten mit dem Auto reduziert, so Nicole Reese. Falls diejenigen, die das Deutschlandticket als Selbstzahler oder Anspruchsberechtigter besitzen, meinten, das sei ungerecht, sei einzuwenden, dass das Winterticket nur in Bielefeld Geltung hat und nicht über die Stadtgrenzen hinaus genutzt werden kann, so Reese.

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Jetzt, wo die Schüler nach den Weihnachtsferien wieder zur Schule müssen, kann es auf den Straßen gefährlich glatt werden. - © picture alliance / Wolfgang Maria Weber

Jetzt, wo die Schüler nach den Weihnachtsferien wieder zur Schule müssen, kann es auf den Straßen gefährlich glatt werden.
| © picture alliance / Wolfgang Maria Weber

„Wir appellieren ausdrücklich an die Oberbürgermeisterin, dies zur Chefsache zu machen, hier unbürokratisch zu helfen und damit zu zeigen, dass Bielefeld die Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien wichtig sind“, sagt Reese. Immer nur zu begründen, warum eine einfache, für alle kostenlose Lösung ohne hohen Bürokratieaufwand nicht möglich ist, sei keine Lösung. Schließlich gebe es in anderen Städten, wie im benachbarten Verl oder Rostock freie Fahrt für alle Schüler. „Und selbst im klammen Berlin“, ergänzt Nicole Reese.

Stadt: für Bielefeld zusätzliche Kosten in sechs- bis siebenstelliger Höhe

Kann so ein Winterticket für die Bielefelder Schüler möglicherweise tatsächlich kurzfristig realisiert werden? Die Forderung sei verständlich, heißt es von der Stadt auf Nachfrage. Aber nun kurzfristig ein kostenloses Schüler-Winterticket einzuführen, würde für Bielefeld zusätzliche Kosten in sechs- bis siebenstelliger Höhe bedeuten, wie vorsichtige erste Berechnungen ergeben hätten. Dieses Geld sei nicht im städtischen Haushalt hinterlegt. „Es müsste entweder an anderer Stelle eingespart werden oder aber es würde ein noch höheres Defizit als bisher planerisch erwartet, in Kauf genommen.“

Statt „eine kurzfristige und kostenintensive Sonderlösung“ umzusetzen, erscheine es „zielführender, bestehende Angebote weiterzuentwickeln“. Das Bielefelder Tarifmodell umfasse eine Vielzahl vergünstigter Angebote für unterschiedliche Gruppen. Diese Rabatte seien nur durch gezielte Gegenfinanzierungen möglich und Ergebnis aufwendiger politischer Abstimmungsprozesse.Eine nachhaltige Verbesserung der Mobilität von Kindern und Jugendlichen lasse sich „nicht durch Ad-hoc-Maßnahmen“ erreichen, sondern nur im Rahmen langfristig tragfähiger, fair finanzierter Mobilitätskonzepte, „gemeinsam entwickelt von allen relevanten Akteuren“.

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