Diskussion um Arktisinsel
Deutschland und Nato werben für Lösung im Grönland-Konflikt
Aktualisiert am 13.01.2026 – 04:45 UhrLesedauer: 4 Min.
Beim Gespräch von Außenminister Johann Wadephul (l., CDU) mit seinem US-Kollegen Marco Rubio geht es auch um die Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Grönland. (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa-bilder)
Die Drohungen von US-Präsident Trump gegen Grönland beschäftigen gleich zwei deutsche Minister in Washington. Auch den Kanzler in Indien. US-Regierungssprecherin Leavitt legt sogar nochmal nach.
Deutschland und andere Nato-Staaten werben für eine gemeinsame Sicherheitslösung mit den USA für die Arktis und Grönland – doch US-Präsident Donald Trump als mächtigster Bündnispartner ist unnachgiebig. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) sagte nach einem Gespräch mit seinem US-Kollegen Marco Rubio in Washington, er begrüße sehr, dass es in dieser Woche Gespräche zwischen der dänischen Regierung und der US-Regierung über Grönland geben werde. Er habe „keinen Zweifel, dass dies in einem freundschaftlichen und partnerschaftlichen Rahmen geschehen wird“.
US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt unterstrich am Montag nochmals, Trump habe erklärt, die USA wollten Grönland kaufen, da er befürchte, dass es andernfalls letztlich von China oder Russland erworben oder sogar feindlich übernommen würde. Das wäre weder für die USA noch für Europa oder Grönland selbst von Vorteil, betonte sie. Es läge „nicht nur im besten Interesse der Vereinigten Staaten, sondern möglicherweise auch im besten Interesse Grönlands, Teil der Vereinigten Staaten zu werden“, meinte sie.
Rubio will sich in dieser Woche mit seinem Amtskollegen Lars Løkke Rasmussen aus Dänemark treffen. Auch die grönländische Außenministerin Vivian Motzfeldt nimmt nach eigenen Angaben an dem Treffen teil. Wann genau es stattfindet, wurde noch nicht offiziell bekanntgegeben. Mehrere US-Senatoren reisen laut dänischen Medien außerdem zu Gesprächen mit dänischen und grönländischen Politikern nach Kopenhagen.
Der Bundesaußenminister machte nach dem Gespräch mit Rubio deutlich, dass er nicht mit einer US-Militäraktion zur Annexion Grönlands rechnet. „Ich habe keinen Anhaltspunkt dafür, dass das ernsthaft erwogen wird“, sagte Wadephul vor Journalisten. „Ich glaube, dass es ein gemeinsames Interesse gibt, dass wir uns um die Sicherheitsfragen, die im arktischen Raum auftreten, kümmern sollten und kümmern werden.“ Zugleich betonte er, wenn es um Angelegenheiten gehe, die Grönland und Dänemark beträfen, sei es an Grönland und Dänemark, darüber zu entscheiden.
Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) geht davon aus, dass die USA sich an einer stärkeren Nato-Präsenz rund um Grönland beteiligen werden. „Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden muss“, sagte er bei seinem Indien-Besuch. „Wir wollen einfach die Sicherheitslage für Grönland gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen.“ In welchem Umfang – „das werden die Gespräche der nächsten Tage und Wochen zeigen“, sagte Merz.
