
AUDIO: Sincerely, Thees Uhlmann: Letztes Konzert des Musikers in Hamburg (4 Min)
Stand: 12.01.2026 13:54 Uhr
Am Sonnabend beendete der norddeutsche Popmusiker Thees Uhlmann seine Tournee „Sincerely, Thees Uhlmann – Das Beste von Tomte bis Heute“ als Solo-Künstler: mit zwei Konzerten in der Elbphilharmonie. Ein bewegender Abend im verschneiten Hamburg.
Thees Uhlmann ist norddeutscher Sänger, Komponist, Gitarrist und Autor. Bis heute hat er deutsche Popgeschichte geschrieben, zuerst mit seiner Hamburger Indie-Rockband Tomte. Seit 2011 als Solo-Künstler unter eigenem Namen. Vergangenes Jahr spielte er an fünf aufeinanderfolgenden Tagen im St. Pauli Theater. Es folgte eine komplett ausverkaufte Werkschau-Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Zwei ausverkaufte Konzerte am Sonnabend in der Elbphilharmonie

Singt in der Elbphilharmonie 20 Songs aus seiner langen Karriere: der Hamburger Popmusiker Thees Uhlmann.
Am Sonnabend gibt Uhlmann gleich zwei ausverkaufte Shows an einem Tag in der Elbphilharmonie. Uhlmanns langjährige Weggefährten, die Labelchefs Markus Wiebusch und Reimer Busdorff, haben ein kleines Intro für die zwei Konzerte gebastelt. Darauf ist zu hören: „Wir haben ihn in der Wilhelmsburger Honigfabrik kennengelernt und jetzt den ganzen dreckigen Weg von der Honigfabrik in die Elphi 2026 begleitet – es ist ein Wahnsinn! Wer hätte das gedacht! Begrüßt mit uns, mit einem donnernden Applaus! Theeeeees Uhlmann!!“
Ein Mann, ein Mikro, eine Gitarre, seine Fans und seine besten Songs von Tomte bis heute. Mit einem Song aus dem Jahr 2019, „Danke für die Angst“, steigt er in die Show ein. Im Publikum sind erste stumme Mundbewegungen zu sehen. Die Fans kennen die Songs auswendig. Insgesamt 20 seiner besten Titel hat Thees Uhlmann mitgebracht. Darunter auch einen Hit seiner Band Tomte, „Wie sieht’s aus in Hamburg“.
Persönliche Reise durch das Leben von Thees Uhlmann
Das Konzert ist eine Reise durch das Leben von Thees Uhlmann. Das Publikum erfährt viel über seine Heimat, die Tante, die Mutter, die Verwandten aus den USA. Die Fans streifen mit ihm durch das nächtliche Berlin, wo er seit 15 Jahren lebt.
Der Musiker erzählt, wie er einmals nachts in Berlin alleine an einer Synagoge vorbeilief: „Da standen morgens um drei zwei Polizisten mit Maschinengewehren. Da ist mir aufgefallen, dass das wahrscheinlich total notwendig ist, dass vor Synagogen, vor jüdischen Kindergärten, vor jüdischen Schulen die ganze Zeit Leute stehen, von der Polizei bewaffnet sind und aufpassen, dass da nichts passiert. Für mich ist das ein absoluter Frevel in der deutschen Geschichte.“ Anschließend singt er einen Song „gegen jeden Antisemitismus“, wie er sagt. „Der Song heißt ’17 Worte – Dein Herz ist wie eine Synagoge, es wird Tag und Nacht bewacht.'“
Begnadeter Geschichtenerzähler, Beobachter von Menschen
Thees Uhlmann ist ein begnadeter Geschichtenerzähler, ein guter Beobachter der Menschen und ihrer Herzen. Ein Sänger, der weiß, dass Geschichten vom Scheitern, vom Hinfallen und Wiederaufstehen viel spannender sind als himmelblaue und rosarote Songs.
Bei dem Hamburger hat das Glück andere Farben. Zwischen zwei Akustikgitarren wechselt er hin und her. Manchmal komm die Bluesharp, die Mundharmonika, à la Bob Dylan hinzu.
Geschichten auch aus der Heimat im Landkreis Cuxhaven
Thees Uhlmann wurde vor fast 52 Jahren in Hemmoor geboren, auf dem platten Land im Norden Niedersachsens im Landkreis Cuxhaven. Auch von dort hat er Geschichten mitgebracht. Seine erste E-Gitarre ist endlich da, wo sie hingehört, erzählt er. Der Songschreiber arbeitete als Musikautor unter anderem für „Spex“, „Visions“ und „Musikexpress“. Vor zehn Jahren erschien sein Roman „Sophia, der Tod und ich“, 2023 verfilmt von Schauspieler Charly Hübner: mit Hübner, Lina Beckmann und Marc Hosemann als der titelgebende Tod.

1988 entsteht in Hamburg das Indie-Label L’Age D’Or. In den Folgejahren bekommt die Musik der „Hamburger Schule“ mit Bands wie Tocotronic oder Blumfeld kräftigen Aufwind.
Natürlich verabschiedet sich Thees Uhlmann in der Elbphilharmonie nicht ohne zwei Zugaben von der Bühne. Am Ende gibt es Standing Ovations, winkende Handylichter und ein verdammt warmes Gefühl, um durch die Kälte nach Hause zu gehen.
Seine Fans bekommen das Rundum-Sorglos-Paket: Die zweite Show des Abends ist live auf Youtube übertragen worden: Für alle, die wegen des eisigen Wetters, ausgelöst durch den Wintersturm „Elli“, nicht anreisen konnten.
11.01.2026 10:53 Uhr
Anmerkung der Redaktion: In einer ursprünglichen Version lautete der Titel „Thees Uhlmann in Elbphilharmonie: Doppelter Abschied von der Bühne“. Gemeint war das Ende der Solo-Tournee des Künstlers. Die Formulierung war missverständlich, wir haben den Text entsprechend angepasst und bitten, Missverständnisse zu entschuldigen.