So langsam wird Emeka Iwueze zum Stammgast in Stuttgart. Seit einigen Jahren reist der YouTuber um die Welt, testet Chicken-Wraps in Istanbul, schaut sich Basketball in China an und trinkt Kaffee in Bagdad. Auf seinem Instagram-Kanal hat sich der 35-Jährige aber mittlerweile spezialisiert auf deutsche Speisen. In seinen Clips beißt der gebürtige US-Amerikaner in Saumagenbrötchen in der Pfalz, bestellt Fischbrötchen in Hamburg und kostet Schwarzwälder Kirschtorte in Calw. Das alles nimmt er mit der Kamera auf und teilt die kulinarischen Clips auf seinen Kanälen.
Das Schwabenland hat es dem Essenstester besonders angetan. Innerhalb weniger Monate war der Food-Influencer bereits zweimal in Stuttgart – und hat nahezu alle schwäbischen Spezialitäten durchprobiert. „Die schwäbischen Gerichte sind anders als alles, was ich sonst in Deutschland gegessen habe“, sagt Emeka Iwueze unserer Redaktion. Mit seinen Videos will er nicht nur seine Follower unterhalten – sondern sich auch an seine Erlebnisse erinnern, sagt Iwueze.
Bereits im Sommer hatte Emeka Iwueze auf seinem Foodtrip einen Zwischenstopp in Stuttgart eingelegt. Im Juni bestellt er Maultaschen bei „Herr Kächele“ in der Schulstraße und versucht seinen mehr als 280.000 Fans bei YouTube zu erklären, was er an dem Imbiss in der so genannten Fressgasse da so probiert. „Es sieht aus wie riesige Ravioli“, beschreibt der Reise-Influencer die schwäbische Spezialität in einem YouTube-Video. Iwueze ist begeistert von der traditionellen Teigtasche. „Es schmeckt so verdammt gut.“ Auch wenn ihn der erste Biss in den Kartoffelsalat etwas irritiert, weil er „kalt und sauer“ schmeckt – und er wohl eine warme Beilage erwartete. Doch die Mischung auf dem Teller sei wie „Zauberei im Mund“, sagt er. Die Maultasche bewertet er mit 9,6 von 10 Punkten.
Auch vor sauren Kutteln schreckte er nicht zurück. Obwohl ihn die Kellnerin der „Alten Kanzlei“ mit den Worten „Sind Sie sicher?“ warnte, probierte der Influencer die gekochten Kuhmagenschnipsel. Das Fazit: Solide neun Punkte auf der Zehnerskala.
Begeistert von Schmelzzwiebeln auf dem Rostbraten
Zur Weihnachtszeit hat Emeka Iwueze nun erneut Halt in Stuttgart gemacht – und weitere schwäbische Spezialitäten ausprobiert. Dieses Mal bestellt er in der „Weinstube Kachelofen“ einen Rostbraten, dazu Export-Bier und Brot. Dieses Essen schmeckt dem Food-Influencer besonders gut. „Ich glaube, das ist die perfekte Art, ein Steak zu braten“, sagt er in dem Video. Auch von den Schmelzzwiebeln zeigt er sich begeistert und vergibt 9,7 Punkte.
Zum Nachtisch gönnt sich der Creator bei seinem Weihnachtsbesuch noch spontan einen Ofenschlupfer. Das Desert sei gar nicht geplant gewesen, das habe ihm ChatGPT bei der Recherche eigentlich nicht empfohlen, sagt der YouTuber in dem Clip. Woraus der Nachtisch besteht, erkennt der Food-Influencer auch nicht auf den ersten Blick. Daher muss sich Iwueze im Wirtshaus erst einmal erklären lassen, dass Mandeln, Rosinen und Zimtäpfel zwischen den gebackenen Teigscheiben stecken. „Manchmal muss man eben die Leute fragen“, sagt Iwueze. „Ich bin froh, dass ich das zum ersten Mal probiert habe.“ Dem „Schlaflaflaflafla“, wie er den Ofenschlupfer nennt, als er den Namen vergessen hat, gibt er 9,8 Punkte.
Kulinarische Tour durch das weihnachtliche Stuttgart
Doch auch nach dem Ofenschlupfer ist die kulinarische Tour durch Stuttgart noch nicht beendet. Nach einem Rundgang über den Weihnachtsmarkt entscheidet sich Emeka Iwueze dazu, noch Käsespätzle zu essen. Das habe er einmal in Düsseldorf probiert – was er im Nachhinein für einen Fehler hält. „Die können nicht mithalten mit den Käsespätzle, die ich hier in Stuttgart gegessen habe.“
Er rät seinen US-Followern gleich zu Beginn des Videos von einem Vergleich mit Macaroni and Cheese ab, also überbackenen Nudeln, einem Fast-Food-Klassiker in den USA. Damit hätten die mit Bergkäse überbackenen Eierspätzle mit Schnittlauchgarnitur nichts zu tun. Doch der Sättigungsgrad ist wohl vergleichbar: „Ein Bissen fühlt sich so an wie vier auf einmal“, sagt der YouTuber. Nach dem Teller ist dann auch erst einmal Schluss. Danach müsse er schlafen gehen, sagt er in dem Clip. So ganz kommen die Spätzle auch nicht an die anderen schwäbischen Spezialitäten ran. Er vergibt 9 von 10 Punkten.
Auf die Frage, was denn nun sein absolutes Lieblingsessen gewesen sei, antwortet Iwueze, dass gemessen an allen deutschen Speisen vermutlich nichts über eine Schweinshaxe gehe. Aber auch das schwäbische Essen lobt der Food-Experte in höchsten Tönen. Mit dem Ergebnis: „Der Zwiebelrostbraten war mein Favorit.“
Sein letzter Besuch dürfte es nicht gewesen sein im Schwabenland. Denn seit rund einem Jahr wohnt der Food-Influencer bei seiner Freundin in Nordrhein-Westfalen, wie er im Interview mit dem „SZ-Magazin“ erzählt. Die Anreise ist also nicht mehr ganz so weit.