Potsdam. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat für Donnerstag, 15. Januar, einen Warnstreik bei der Regio Infra Nord-Ost (RIN) in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern angekündigt. Der Streik soll laut Mitteilung von 7 bis 9.30 Uhr dauern, würde also vor allem Berufspendler treffen.

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Betroffen sind demnach der Regionalverkehr der Deutschen Bahn, die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg), der Schülerverkehr sowie der Güterverkehr.

EVG-Streik: RE1 könnte im Berufsverkehr stillstehen

Die Odeg betreibt in Brandenburg unter anderem die wichtige Pendler-Verbindung RE1, die zwischen Berlin und Potsdam verkehrt und auch Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) an die Hauptstadt anbindet.

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Der Streik werde alle Standorte der RIN betreffen, heißt es in der Mitteilung. Als größter Streikposten ist der Betriebshof Meyenburg in der Prignitz vorgesehen.

EVG fordert fünf Prozent mehr Lohn

Hintergrund des Streiks ist laut EVG, dass der Arbeitgeber auch nach vier Verhandlungsrunden kein akzeptables Gesamtangebot vorgelegt habe.

Die EVG fordert nach eigenen Angaben unter anderem eine Erhöhung der Einkommen um fünf Prozent, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 150 Euro sowie Anpassungen bei Schicht- und Bereitschaftszulagen.

Auch bei der BVG in Berlin könnte es zu Streiks kommen

Bereits vor Weihnachten habe die EVG die RIN aufgefordert, mit einem konstruktiven Angebot eine Rückkehr an den Verhandlungstisch zu ermöglichen. Geschäftsführer Ralf Böhme sei dieser Aufforderung nicht nachgekommen, heißt es in der Mitteilung.

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„Ein Wille zur Einigung ist nicht erkennbar. So funktioniert eine Verhandlung auf Augenhöhe aber nicht“, sagte EVG-Sprecher Benjamin Köster. „Deswegen braucht der Arbeitgeber jetzt ein deutliches Signal, damit er endlich versteht, wie ernst es seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist.“

Auch in Berlin müssen sich Pendler auf Verkehrsprobleme einstellen: An diesem Dienstag beginnen neue Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und der BVG. Gefordert werden unter anderem 33 Urlaubstage für alle Mitarbeiter und 500 Euro mehr Urlaubsgeld. Arbeitsniederlegungen seien nicht ausgeschlossen, heißt es laut „Berliner Kurier“ aus Verdi-Kreisen.

Gewerkschaften rufen Landesbeschäftigte in Berlin und Brandenburg zu Warnstreiks auf

Parallel zum möglichen Bahnstreik läuft der Arbeitskampf auch an anderer Stelle: Die Gewerkschaften Verdi, GEW, GdP und IG Bau haben Beschäftigte, die unter den Tarifvertrag der Länder fallen, zu Warnstreiks am 14. und 15. Januar in Berlin und Brandenburg aufgerufen.

Betroffen sind Schulen, Kitas, Hochschulen, Polizeidienststellen und Landesbehörden. Am Mittwoch begleitet eine gemeinsame Demonstration der Gewerkschaften den Warnstreik in Berlin. Für Donnerstag sind Aktivitäten rund um den Verhandlungsort, das Kongresshotel in Potsdam, angekündigt.

MAZ