Radfahren in der Landeshauptstadt soll sicherer werden – sowohl für Kinder als auch für Senioren. Dieses Ziel hat sich die Initiative Radentscheid Stuttgart vor Jahren gesetzt und bereits im Dezember 2018 mehr als 35 000 Unterschriften an den damaligen Oberbürgermeister Fritz Kuhn überreicht. Das erforderliche Quorum wurde deutlich übertroffen, im Frühjahr 2019 stimmte dann auch der Gemeinderat auf Grundlage der elf Forderungen des Bürgerbegehrens dafür, Stuttgart zu einer „echten Fahrradstadt“ zu entwickeln. Um Radfahren sicherer und attraktiver zu machen, sollte unter anderem bis zum Jahr 2030 der Ausbau des Hauptradroutennetzes abgeschlossen sein. Außerdem sollte der Anteil des Radverkehrs auf 25 Prozent des gesamten Verkehrs gesteigert werden.

Anstieg des Radverkehrs nicht wie erwartet

Obwohl verschiedene Maßnahmen wie die Radspuren in der Böblinger Straße in Kaltental, Radschnellwege und mehrere Fahrradstraßen in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden, ist die Stadt von diesem angestrebten Anteil jedoch weit entfernt. Bei der letzten Auswertung lag er gerade einmal bei neun Prozent, was einen Anstieg um nur einen Prozentpunkt seit 2017 bedeutet. „Da hätten wir sicher mehr erwartet“, sagte der städtische Verkehrsplaner Stephan Oehler bei der Vorstellung der Zahlen im vergangenen Mai.

Verkehrsminister Winfried Hermann setzt sich für die Verkehrswende in Stuttgart ein. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Daher lädt das alternative Radforum Zweirat Stuttgart unter dem Motto „Radentscheid Stuttgart: Viele Worte, wenig Wege“ am Sonntag, 25. Januar, um 15.30 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in das Kulturzentrum Merlin ein. Der Eintritt ist frei. Zu Gast sind der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen), SPD-Stadträtin Lucia Schanbacher, David Frerot, Radbeauftragter des Landkreises Böblingen, der Bundestagsabgeordnete der Linken Luigi Pantisano und Professor Jochen Eckart, Leiter des Forschungsprojektes gÜ Rad an der Hochschule Karlsruhe. Die Abkürzung gÜ steht für gesetzliche Überholabstände.

In der Runde soll diskutiert werden, wie der Radentscheid schneller realisiert werden kann. Zugleich erhofft sich der Veranstalter, der Stadt Stuttgart Impulse für eine konsequentere Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses zu geben. Und nicht zuletzt soll die Radfahrer-Gemeinde wieder auf ein übergeordnetes Ziel ausgerichtet und in ihrem Zusammenhalt gestärkt werden.