Die Leipziger Feuerwehr hat am Montag eine Bilanz der vergangenen Silvesternacht gezogen. Die Zahl der Einsätze ist demnach deutlich gestiegen.Eerneut wurden Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit attackiert, wie Feuerwehrverbandsvorsitzender Torsten Kolbe sagte.

Mehr als 300 Einsätze

Zwischen 19 und 6 Uhr sei die Feuerwehr in Leipzig zu 335 Einsätzen ausgerückt. Das sei ein Anstieg von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein besonderer Brennpunkt war demnach erneut der Stadtteil Connewitz im Leipziger Süden. Dort hatten laut Polizei Dutzende unbekannte Randalierer Straßenbarrikaden errichtet, Reifen angezündet und Feuerwehr und Rettungsdienst mit Flaschen und Böllern beworfen. Die Gewalt habe nicht nur den Einsatz erschwert, sondern auch Spuren bei den Betroffenen hinterlassen, so der Verbandschef.

Viele Ehrenamtliche betroffen

Besonders belastend sei es, dass vor allem ehrenamtliche Einsatzkräfte angegriffen worden seien, die freiwillig ihren Jahreswechsel im Dienst verbracht hätten. Viele von ihnen würden nun überlegen, „ob es überhaupt wert ist, freiwillig mein Silvester zu opfern, um mir Raketen vor den Kopf schießen zu lassen“, so Kolbe.

Prüfung von Böllerverbot

Vor diesem Hintergrund stelle sich für die Feuerwehr die Frage, wie Einsatzkräfte künftig besser geschützt werden können. Ein möglicher Ansatz sind laut Axel Schuh von der Branddirektion Leipzig regionale Böllerverbote. „Wir werden ernsthaft noch einmal mit den Städten und Gemeinden reden, die über eine Allgemeinverfügung ein Böllerverbot durchgeführt haben„, kündigt Schuh an. Dabei solle geprüft werden, welche Effekte das hatte.