Containerschiffe im Hamburger Containerhafen bei Nacht.

Stand: 13.01.2026 15:37 Uhr

US-Präsident Trump droht allen Handelspartnern des Iran mit Strafzöllen. Die deutschen Ausfuhren in das Land waren zuvor schon eingebrochen. Wer macht noch Geschäfte mit der Islamischen Republik?

US-Präsident Donald Trump droht allen Handelspartnern des Iran mit hohen Strafzöllen. „Mit sofortiger Wirkung wird jedes Land, das Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran macht, einen Zoll von 25 Prozent auf den gesamten Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika zahlen“, schrieb Trump am Montag auf seiner Plattform Truth Social. Dabei ist vorerst unklar, ob sich die US-Strafzölle auch gegen Deutschland richten.

Kritik kommt in jedem Fall von den deutschen Exporteuren. „Ich glaube nicht, dass man mit dieser Art von Zöllen das Problem im Iran lösen kann“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, heute auf einer Pressekonferenz in Berlin. „Ich halte es insofern für die falsche Entscheidung des US-Präsidenten.“ Deutschland sei Irans größter Handelspartner in der EU, so der BGA.

Nur 0,1 Prozent der deutschen Ausfuhren

Dabei ist das deutsche Iran-Geschäft bereits vor der Androhung von US-Strafzöllen eingebrochen. Von Januar bis November 2025 sanken die Exporte in die Islamische Republik um 25 Prozent auf knapp 871 Millionen Euro, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters vorlagen. Das entspricht einem Anteil von nicht einmal 0,1 Prozent an den gesamten deutschen Ausfuhren.

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Iran waren in der Vergangenheit eng. Doch wegen Sanktionen liegt der Handel seit Jahren nur noch auf sehr niedrigem Niveau. Während das deutsch-iranische Handelsvolumen 2017 bei 3,4 Milliarden Euro lag, waren es 2024 nur noch rund 1,5 Milliarden Euro.

Sanktionen wegen des Atomprogramms

Im Außenhandel mit dem Iran bestehen in der EU starke Beschränkungen wegen des dortigen Atomprogramms. Das macht sich auch bei den deutschen Importen bemerkbar. Diese summierten sich von Januar bis November 2025 auf gerade einmal knapp 217 Millionen Euro – der Anteil an den gesamten deutschen Einfuhren lag bei weniger als 0,02 Prozent.

Doch was handelt Deutschland eigentlich noch mit dem Iran? Einer Auswertung des bundeseigenen Wirtschaftsförderers Germany Trade and Invest (GTAI) zufolge machten chemische Produkte 2024 etwa ein Drittel der deutschen Iran-Lieferungen aus, ebenso wie Maschinen. Fast die Hälfte der Importe entfielen auf Nahrungsmittel, gefolgt von Rohstoffen (26,1 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (12,0 Prozent).

Iran betreibt Handel mit 147 Ländern

Der Iran exportierte im Jahr 2022 laut den aktuellsten verfügbaren Daten der Weltbank Produkte in 147 Handelspartnerländer. Zu den wichtigsten Handelspartnern zählten China, andere Länder Ostasiens, der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei und Deutschland.

Gemessen am Wert, ist Kraftstoff der wichtigste iranische Exportartikel. Die Islamische Republik ist Mitglieder des Ölkartells OPEC. Zu den wichtigsten Importgütern zählen Vorprodukte, Gemüse, Maschinen und Ausrüstungen.

Insgesamt beliefen sich die iranischen Exporte 2022 laut der UN-Handelsdatenbank COMTRADE auf 80,9 Milliarden Dollar. China, Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate stellten damals die wichtigsten Exportpartner des Irans.

Kritik aus Israel am deutschen Iran-Geschäft

Die iranischen Gesamtimporte lagen 2022 bei 58,73 Milliarden Dollar. Die wichtigsten Importpartner Irans waren die Vereinigten Arabischen Emirate, China, die Türkei, Indien und – auf Platz fünf – Deutschland.

In der Vergangenheit gab es am deutschen Iran-Geschäft auch immer wieder scharfe Kritik aus Israel. „Der Iran ist kein normaler Handelspartner“, sagte etwa der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor. „Von jedem Euro, der in die Hände der Mullahs fließt, kommen 50 Cent als Terror zurück.“

Mit Informationen von Angela Göpfert, ARD-Finanzredaktion.