
Am Nordmarkt ist ein 14-Jähriger niedergestochen worden. © News 4 Video-Line TV
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Ein Jugendlicher ist am Sonntagabend (11.1.) in der Nordstadt schwer verletzt worden. Der 14-Jährige wurde nach einem Messerangriff in ein Krankenhaus gebracht, Lebensgefahr habe aber nicht bestanden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag (13.1.) mit. Die Polizei Dortmund hat noch vor Ort einen 29-jährigen Tatverdächtigen festgenommen.
Die Tat ereignete sich gegen 21.30 Uhr im Bereich des Toilettenhauses am Nordmarkt. Als die Polizei vor Ort eintraf, nahmen die Beamten den mutmaßlichen Täter unter Androhung der Schusswaffe und des Elektro-Tasers „widerstandslos“ fest, hieß es in der Mitteilung. Dabei habe der 29-Jährige noch ein Messer in der Hand gehalten.
Der Jugendliche hat gegenüber den Ermittlern angegeben, dass er an der dortigen Bushaltestelle gewartet habe. Der ihm bis dahin unbekannte 29-Jährige sei auf ihn zugekommen und habe dann unvermittelt mit einem Messer zugestochen. Der 14-Jährige erlitt laut Staatsanwaltschaft mehrere Stichwunden. Er wurde im Krankenhaus von den Ermittlern befragt.
Unterbringung in Psychiatrie
Das Amtsgericht ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft an, dass der mutmaßliche Täter einstweilig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird. Laut Henner Kruse, Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund, ist von einer „ganz erheblichen“ psychischen Erkrankung auszugehen. Der 29-Jährige hat keinen festen Wohnsitz und ist nicht vorbestraft.
Ein Sachverständiger habe den Mann für eine erste Einschätzung begutachtet und sei zu dem Schluss gekommen, dass dieser „einsichtsunfähig“ sei. Und auch, dass von dem Mann möglicherweise weitere schwere Straftaten zu erwarten wären. Kruse betonte, dass die Untersuchungen noch zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen seien.
Sicherungsverwahrung denkbar
Falls es bei der derzeitigen Einschätzung bleibe, sei eine Antragsschrift auf Sicherungsverwahrung des 29-Jährigen wahrscheinlich. Sicherungsverwahrung in einer geschlossenen Einrichtung wird beantragt, wenn die Allgemeinheit vor besonders gefährlichen Straftätern geschützt werden soll.
Der Mann habe eingeräumt, mit einem Messer zugestochen zu haben, ergänzte Kruse. Er soll gesagt haben, dass er angegriffen worden sei und sich verteidigen wollte. Dafür haben die Ermittler jedoch keine Anhaltspunkte. Im Gegenteil: Es gebe einen Zeugen, der das tatsächliche Geschehen beobachtet habe.
Das Messer wurde sichergestellt. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um die Tatwaffe handelt.
Die Polizei sucht weitere Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben. Hinweise werden entgegengenommen unter Tel. (0231) 1 32 74 41.

