Am Donnerstag wird Großes in Berlin geschehen: Die Orlando Magic treffen auf die Memphis Grizzlies in der Uber Arena (20 Uhr, live bei Amazon Prime). Es wird das erste reguläre Saisonspiel der NBA auf deutschem Boden. Es gab knapp eine halbe Million Registrierungen auf dem Ticket-Portal für das Spiel. Mit dabei sein werden die deutschen Welt- und Europameister Franz und Moritz Wagner sowie Tristan da Silva. Ein historisches Heimspiel, gerade für die in Berlin geborenen und bei Alba Berlin ausgebildeten Wagner-Brüder.

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Geht es nach der NBA, passiert bald noch mehr Historisches in Basketball-Europa: Die beste Liga der Welt plant einen eigenen Ableger der NBA in Europa: NBA Europe heißt das Projekt, im Herbst 2027 soll es losgehen. Berlin, speziell Alba, aber auch München und damit die Bayern, sind im Fokus der NBA als potenzielle deutsche Standorte. Auch Rom, London und Manchester sind unter anderem als Ziele ausgemacht. In dieser Woche rollt die NBA ihre Business-Pläne aus. Dabei könnte es in Zukunft zu einer monumentalen Wachablösung im europäischen Sport kommen. Kann Basketball größer als Fußball werden? Das fragte SPORT BILD den Managing Director der NBA für Europa und den Nahen Osten, George Aivazoglou.
NBA-Boss George Aivazoglou über NBA Europe: „Basketball kann größer werden als Fußball“
NBA-Boss Aivazoglou: „Auf jeden Fall! Basketball hat heute in Europa 270 Millionen Fans. Es ist die zweitbeliebteste Mannschaftssportart nach Fußball. Fußball hat rund 300 Millionen Fans. Aber Basketball wächst schneller als Fußball, und ich denke, der Grund dafür ist die NBA. Lokale Helden und Erfolge wie hier in Deutschland in den letzten fünf Jahren sind ein weiterer Grund. Es gibt keinen Grund, warum Basketball in puncto Interesse nicht mit Fußball gleichziehen sollte.“

Moritz (l.) und Franz Wagner stehen nach dem Training der Magic am Dienstag in Berlin Rede und Antwort
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Auf dieser Welle surfen auch die Wagner-Brüder. Moritz erklärte beim Training der Magic in Berlin am Dienstag dazu: „Natürlich ist Fußball der Nationalsport in Deutschland, die Ressourcen sind ganz andere. Ich hoffe, dass wir im Basketball weiter wachsen. Es ist wichtig zu sagen, wie groß der Sport geworden ist in den vergangenen Jahren und wie toll das ist. Es ist eine coole Erfahrung, dass wir die Mission haben, die NBA nach Deutschland zu bringen. Das ist ein Arbeitstrip für uns.“
Die NBA hat Jahre auf diese Chance gewartet, sich und ihre Marke in Europa zu etablieren, zu nutzen und weiter zu entwickeln – und vielleicht Fußball etwas an Rang und Geld abzulaufen. Aivazoglou: „Ich kann Ihnen sagen, dass es Märkte in Europa gibt, vor allem im Osten und Südosten, wo dies bereits der Fall ist. Griechenland ist ein Beispiel, vielleicht auch Serbien, vielleicht Litauen. Es gibt Märkte, in denen Basketball wirklich der vorherrschende Sport ist. Und die Frage ist, wie das in größeren Märkten, insbesondere in Westeuropa, geschehen kann.“ Noch in diesen Tagen beginnen erste Gespräche zwischen NBA und potenziellen Interessenten. Dazu gehören Investoren, Teams, darunter einige bestehende Basketballteams und auch Fußballteams, die sehr daran interessiert sind, ein Basketballprogramm im Rahmen der NBA Europe aufzubauen.
Aivazoglou: „Wir glauben, dass es eine riesige Chance gibt. Die größte Chance in der Welt des Sports ist der europäische Basketball. Der europäische Basketball erzielt 200 Millionen Einnahmen pro Jahr aus einem 50-Milliarden-US-Dollar-Kuchen – und hat 270 Millionen Fans. Wir nähern uns langsam dem Fußball. Aber natürlich nimmt der Fußball von den erwähnten 50 Milliarden US-Dollar mehr als 40 Milliarden ein. Es wird lange dauern, bis dieser Teil gleichauf ist. Aber ich denke, dass Basketball den Fußball in Bezug auf das Interesse zu 100 Prozent überholen kann.“