Auch Berlin ist beim Theatertreffen 2026 vertreten, allerdings nur mit einer einzigen Produktion eines ebenfalls etablierten Namens: Florentina Holzinger ist das, mit der Volksbühnen-Produktion „A Year Without Summer“. Es mag nicht die beste Inszenierung der Spektakel- und Exzess-Performerin sein, doch die Theatertreffen-Einladung ist schon deshalb nachvollziehbar, weil Holzinger hier einen ganz neuen Ton anschlägt. Natürlich performen, wie immer, alle nackt, doch diesmal stehen auch 80-jährige Frauen mit auf der Bühne. Die Wärme der Gemeinschaft als Utopie angesichts der Apokalypse steht im Zentrum.
Es ist ein deutlich zärtlicherer, ruhigerer Abend im Œuvre der österreichischen Choreografin – über das Altern und den Tod: „In spektakulären und höchst komplexen Bildern führt Holzinger den Status quo des Planeten mit der Verfallsbiografie des menschlichen Körpers zusammen und fragt nach Fluch und Verheißung des ewigen Lebens. Der Düsternis zum Trotz geschieht all das in Form eines gedanklich wie visuell überbordenden Musicals, an dessen Ende die buchstäblichste Kunst-Fäkal-Orgie der Theatergeschichte steht“, so Jurorin Wahl.
Von ihren Inszenierungen am Deutschen Theater kennt man bereits die Regisseur:innen Jan-Christoph Gockel und Pinar Karabulut. Zum Festival sind sie allerdings mit Inszenierungen aus München und Zürich eingeladen. Gockel mit einem spektakelartigen siebenstündigen „Wallenstein“ und Karabulut mit einer pompösen „Il Gattopardo“-Inszenierung.