Fast jede achte Stelle offen
1.100 Führungskräfte fehlen an NRW-Schulen – auch in Aachen
Aktualisiert am 13.01.2026 – 17:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Klassenzimmer in Nordrhein-Westfalen (Symbolbild): In Aachen sind derzeit zwölf Schulleitungen nicht besetzt. (Quelle: Martin Möller)
Der Lehrermangel in Nordrhein-Westfalen hat auch Auswirkungen auf die Führungsebene. In Aachsen sind mehr als 30 Führungspositionen unbesetzt.
In den Schulen in Aachen und Nordrhein-Westfalen sind etliche Führungspositionen unbesetzt. Derzeit fehlen im gesamten Bundesland 1.167 Schulleiter oder Konrektoren. Das geht aus aktuellen Zahlen der Landesregierung vor, die der Aachener Lokalredaktion von t-online vorliegen. NRW-weit ist damit fast jede achte Stelle in der Führungsebene unbesetzt, teilweise bereits seit mehr als sechs Monaten.
Die FDP-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen hatte die Zahlen mit mehreren Kleinen Anfragen beim NRW-Bildungsministerium abgefragt. Besonders hoch ist demnach die Zahl der Stellen, die bereits seit mehr als sechs Monaten unbesetzt sind. In der Städteregion Aachen sind derzeit zwölf Schulleitungen unbesetzt, neun davon seit mehr als einem halben Jahr. Das entspricht einem Anteil von rund 7,8 Prozent.
Wenn Leitungsstellen monatelang unbesetzt bleiben, führt das zu Überlastung im Kollegium und zu organisatorischem Stillstand – zulasten der Bildungsqualität.
Franziska Müller-rech
Die meisten der offenen Stellen gibt es an Grundschulen, dort sind in der Städteregion alleine neun Stellen unbesetzt. Franziska Müller-Rech, schulpolitische Sprecherin der FDP, sieht die Situation landesweit an Grundschulen besonders kritisch: „Dort sind Leitungsfunktionen unattraktiv, weil Verantwortung und Arbeitsbelastung in keinem Verhältnis zur Vergütung stehen.“ Sie fordert unter anderem eine bessere Vergütung für Schulleitungen.
Neben den unbesetzten Schulleitungsposten sind auch etliche Vertretungen im Stadtgebiet offen. So fehlen in Aachen derzeit 22 Konrektoren oder Vertretungen der Schulleitungen, 14 Stellen davon sind bereits seit mehr als sechs Monaten offen.
Müller-Rech sagt: „Wenn Leitungsstellen monatelang unbesetzt bleiben, führt das zu Überlastung im Kollegium und zu organisatorischem Stillstand – zulasten der Bildungsqualität.“ Sie fordert ein System, in dem Schulleitungen wieder mehr gestalten können und weniger bürokratische Aufgaben übernehmen müssen.
