Die Tragödie rund um Orpheus und Eurydike fasziniert die Menschen seit Jahrtausenden. Entsprechend wurde sie auch musikalisch adaptiert. 1762 widmete sich der deutsche Komponist Christoph Willibald Gluck der Thematik und erschuf daraus eine Oper, die mehrfach überarbeitet wurde. Die Grundgeschichte bleibt gleich: Der begnadete Sänger und Lyraspieler Orpheus verliert kurz nach der Hochzeit seine Frau, die Nymphe Eurydike, durch einen Schlangenbiss. Von Trauer überwältigt, klagt er die Götter an und bekommt eine einmalige Chance: Er darf Eurydike aus der Unterwelt retten. Doch er muss dafür die Furien, die Wächterinnen der Unterwelt besiegen und darf seine Frau auf dem Rückweg nicht ansehen. Ausgerechnet an dieser letzten Hürde scheitert er und Eurydike stirbt ein zweites Mal. In Glucks Fassung findet die Tragödie ein deutlich versöhnlicheres Ende. In der kommenden Woche widmet sich nun das mixedabled Pour Ensemble, eine Wuppertaler (Tanz-)Theater Gruppe aus Mitgliedern mit und ohne Behinderung, im Pina Bausch-Zentrum „under construction“ eben diesem Stoff unter dem Titel „Orpheus & Eurydike – Eine Oper ohne Orchester dafür in IV Akten, frei nach C.W. Gluck“. Tänzer, Schauspieler, Sängerinnen und Musikerinnen umfasst das Ensemble, die hier auch abseits ihrer eigentlichen Profession über den Tellerrand hinausschauen. Tim Alberti, Dorothea Brandt, Stefan Hellwinkel, Luise Kinner, Leo Nitas, Kenji Takagi und Lioba Ullrich lassen Schauspiel, Tanz, Gesang und auch Schreie aufeinandertreffen, vereinen sich mit der „sehr eigenwilligen Interpretation der Gluck’schen Musik“ durch Gunda Gottschalk, Fabian Neubauer und Ute Völker und schaffen so eine experimentelle Version des antiken Stoffes. june