Die Enttäuschung und der Ärger über das 0:4 des FC Augsburg am Sonntagnachmittag bei Borussia Mönchengladbach war bei Trainer Manuel Baum auch am Dienstag noch nicht ganz verraucht. Bei der Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Donnerstag (20.30 Uhr/Sky) gegen Union Berlin am Dienstagnachmittag sagte er: „Wenn man das Spiel ansieht, wie wir die Tore teilweise bekommen haben oder auch nicht geschossen haben, dann hat es an Grundsätzlichkeiten gefehlt.“ Klarheit und Konsequenz. Darum müsse man, so der Trainer, die „immer wieder wiederholen und einarbeiten.“ Dass so etwas in diesem Maße auch nach dem 16. Spieltag bei den Augsburger Fußball-Profis noch nötig ist, überraschte nicht nur den Trainer negativ.
Und darum musste der 46-Jährige seit Montag viele Einzel- und Gruppengespräche führen. Und die waren genauso unangenehm wie die Mannschaftsbesprechung. Denn Baum hat als ehemaliger Realschullehrer diverse Gesprächsstrategien in petto. Zum Beispiel verschiedene Eskalationsstufen in seinen Ansprachen. Und die haben nun die höchste. „Wenn man diese Aufgaben nicht erfüllt, dann hat das Konsequenzen. Das ist total normal im Berufsleben.“ Baum weiter: „Ich habe eine klare Aufgabe, die ich zu erfüllen habe – und daran werde ich gemessen.“ Und diese Überprüfung bestanden nicht allzu viele FCA-Spieler. Denn am Sonntag war nicht zu übersehen: Einige Spieler interpretierten ihre Aufgaben auf ihrer Position auf dem Platz anders, als es der Trainer vorgegeben hatte.
FCA-Trainer Manuel Baum zieht die Zügel an
Darum zog Baum im Training die Zügel an und wird auch im personellen Bereich Veränderungen vornehmen. Der in Gladbach gesperrte Dimitrios Giannoulis kehrt in die Startelf zurück. Dass Baum noch weitere Anpassungen vornehmen wird, ist anzunehmen, näher darauf eingehen wollte er nicht. So wich er zum Beispiel bei der Frage nach dem Stoßstürmer aus. Die derzeit chronische Tor-Unterversorgung liegt in seinen Augen an der fehlenden Zielstrebigkeit und ausbleibenden Tiefenläufen. Die Stürmer-Kritik von Abwehrspieler Keven Schlotterbeck sieht er gelassen: „Nach so einem emotionalen Spiel darf man auch mal emotional antworten. Wichtig ist, dass wir es intern klar besprechen: Wir haben vorne keins gemacht und hinten zu viel bekommen – dafür tragen wir alle Verantwortung.“
Dass der FCA nur vier Tage nach Gladbach schon wieder im Einsatz ist, freut Baum: „Wenn du so ein Spiel hast wie in Gladbach und vier Tore bekommst, dann willst du es schnell wiedergutmachen, idealerweise mit einem Heimspiel. Insofern freuen wir uns jetzt auf die zwei Heimspiele.“ Denn schon am Sonntag (17.30 Uhr) gastiert der SC Freiburg in der WWK-Arena.
Abstiegsgefahr will Baum im Team nicht groß thematisieren
Zwei wichtige Partien für den FCA. Denn mit gerade mal 14 Punkten bläst ihm am Abgrund Richtung Abstiegsplätze schon eine ungemütliche Brise entgegen. Diese bedrohliche Gesamtlage will Baum teamintern nicht groß thematisieren, auch wenn es scheint, als hätte das noch nicht alle Spieler realisiert: „Wenn wir uns zu sehr in Wenn-und-aber-Strategien und Tabellenrechnereien verlieren, kostet das Energie. Manche motiviert die Tabelle, andere hemmt sie – ich möchte das rauslassen. Trotzdem sind wir uns mega bewusst, wie wichtig jedes Spiel ist.“
Ungewöhnlicher Donnerstagtermin liegt an den TV-Partnern der DFL
Die DFL hat das Duell des FCA gegen Union auf Donnerstag terminiert, um den TV-Partnern eine Anstoßzeit mehr zu bieten. Hintergrund sind die neuen TV-Verträge der Bundesliga. In der aktuellen Rechteperiode bis 2028/29 ist in den englischen Wochen immer ein Spiel am Donnerstag vorgesehen. Beim FCA wäre man sicher froh, öfter am Donnerstag zu spielen. Denn das würde bedeuten, man wäre weiter ein Erstligist.
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Robert Götz
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