Der jüngste Tatort aus Köln kam nicht bei jedem gut an. Manch einer feierte den Ausflug in die Opernwelt mit all seiner Ästhetik und Theatralik, weil es kein 08/15-Tatort war. Andere konnten damit ebenso wenig anfangen, wie mit dem Münchner Tatort, der an Weihnachten gezeigt wurde, und ebenfalls im künstlerischen Milieu spielte.

Die gemischten Meinungen zu den vergangenen Tatort-Folgen spiegeln sich auch in der Vorausschau auf den neuen Stuttgarter Fall, der am kommenden Sonntag (18. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) gezeigt wird.

Auto verschwindet – inklusive Kinder

„Bitte dieses mal kein Theater und keine Oper“, „Hoffe der wird besser als die letzten zwei ‚theatralischen‛ Tatorte“ und „Hoffentlich nicht wieder was mit Oper“, sind nur drei von zahlreichen ähnlich lautenden Kommentaren auf den Programmhinweis auf der Tatort-Facebookseite.

Ein Tatort in der Welt der Schönen und Reichen

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In dieser Hinsicht müssen sich die Tatort-Fans jedoch keine Sorgen machen: Die neue Folge, 1326 insgesamt und die 36. Episode mit dem Ermittlerduo Lannert und Bootz, spielt stattdessen in der Glitzerwelt des Boulevards. In „Ex-It“ geht es um ein ehemaliges It-Girl, deren Auto gestohlen wurde – mitsamt ihrer Kinder. Die Tochter wird wenig später tot im Auto aufgefunden, der Sohn bleibt verschwunden.

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Lannert und Bootz alias Richy Müller und Felix Klare bleiben laut der Tatort-Kritik der dpa in der neuen Folge Randfiguren: „Kein privates Geplänkel, keine Nebenhandlung – zwei Ermittler als stille Beobachter in einer Welt, deren Wert sich in Likes und Reichweiten bemisst.“ Der 36. Stuttgarter „Tatort“ zeige das Duo so nüchtern wie selten, und gerade dieser Verzicht wirke wohltuend.

Gemischte Kritiken, aber Hoffnung der Fans

Die Redaktion der Website tatort-fans.de hebt vor allem die Leistung von Kim Riedle als Ex-It-Girl „Pony“ hervor. Sie sei eindeutig die tragende Rolle des Films, die beiden Kommissare würden in diesem „Beinahe-Solostück nur mehr als Stichwortgeber gebraucht.“

Als reiner Krimi überzeuge „Ex-It“ aber nur bedingt: „Zu wenig Spurensuche, zu viel Selbstbefragung, das Who-Done-it spielt keine größere Rolle.“

Bei denen, die den neuen Krimi noch nicht gesehen haben, gehen Lannert und Bootz mit gewissen Vorschusslorbeeren („Die Zwei! Die Garantie für einen sehenswerten Tatort!“ und „Eins meiner Lieblingsteams“) sowie große Hoffnungen auf einen besseren Tatort als zuletzt: „München Schrott, Köln Schrott. Bitte diesmal kein Schrott. Bitte“, kommentiert eine Tatort-Zuschauerin.