Rockwool
Putin-Regime enteignet dänischen Dämmstoff-Konzern
Aktualisiert am 13.01.2026 – 23:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Rockwool-Konzernzentrale im dänischen Hedehusene. Der Konzern ist weltweit führend in der Dämmstoffproduktion. (Quelle: IMAGO/Gonzales Photo/Thomas Rasmussen)
Das Putin-Regime ordnet die Enteignung von Fabriken des dänischen Dämmstoffherstellers Rockwool an. Das Unternehmen hat 1.200 Angestellte in Russland.
Russland hat nach den Angaben des dänischen Dämmstoffherstellers Rockwool die Enteignung vier seiner Fabriken in dem Land angeordnet. Per Dekret des russischen Präsidenten Wladimir Putin sei angeordnet worden, dass eine „externe Verwaltung“ die Kontrolle über die russische Tochtergesellschaft übernimmt, erklärte Rockwool am Dienstag. Das Unternehmen werde seine russische Tochter aus der Bilanz entfernen und die Vermögenswerte mit einem Buchwert von insgesamt 469 Millionen Euro zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres abschreiben.
Rockwool zufolge hatte die russische Tochter des Unternehmens im vergangenen Jahr einen Umsatz von 261 Millionen Euro und 78 Millionen Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen erzielt.
Im Jahr 2023 erhob die Nationale Korruptionsbekämpfungsagentur der Ukraine (NCAP) schwere Vorwürfe gegen den dänischen Konzern. Demnach soll Rockwool das russische Regime beim Bau und der Reparatur von Kriegsschiffen der russischen Flotte unterstützt haben. Diese werden von Russland auch zum Angriff auf ukrainische Städte genutzt.
„Der führende dänische Hersteller von Produkten auf Steinwollebasis wird in der Liste der internationalen Kriegssponsoren geführt“, hieß es in einer Mitteilung der NCAP. „Über Zwischenhändler werden die Produkte des Unternehmens an russische Staatsunternehmen verkauft, insbesondere im Auftrag des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation.“
Rockwool selbst hatte in einem Statement behauptet, als Unternehmen in Russland zu bleiben, sei die „am wenigsten schlechte Option“. Man halte sich an alle Vorgaben des internationalen Sanktionsregimes. Außerdem sei es „ethischer“, die Profite aus den vier Fabriken in Russland selbst zu verwalten, als sie in russische Hände fallen zu lassen.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 haben sich Hunderte westliche Unternehmen aus Russland zurückgezogen. Rockwool war unter Verweis auf seine 1200 Angestellten in Russland im Land verblieben, hatte allerdings keine in seinen russischen Fabriken hergestellten Dämmstoffe aus Steinwolle mehr exportiert.
Der Kreml hat bereits mehrere ausländische Unternehmen enteignet. 2023 verstaatlichte die Moskauer Führung unter anderem das Russlandgeschäft des französischen Lebensmittelkonzerns Danone und der dänischen Brauerei Carlsberg sowie des deutschen Gaskonzerns Uniper.
