Rund 25.000 Kilometer sind die Veolia Towers diese Saison im EuroCup durch Europa gereist. Von Polen, über Litauen und die Türkei bis nach Israel. Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd.

Auch im neunten und letzten Auswärtsspiel der langen Gruppenphase waren die wankenden Türme nicht konkurrenzfähig. Und verloren beim rumänischen Spitzenklub Cluj-Napoca nach einem indiskutablen Start mit 91:103 (39:50).

Viermal „dürfen“ die sieglosen Hamburger jetzt im zweithöchsten europäischen Wettbewerb noch zu Hause ran, dann können sie sich ganz auf den Abstiegskampf in der Easycredit Basketball Bundesliga konzentrieren. Und zum ersten Mal drohen sie Türme, eine Saison ohne einen einzigen internationalen Sieg zu beenden.

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Zuletzt waren die Türme ohnehin nicht mehr aufgrund ihrer sportlichen Leistungen dabei. Die privatwirtschaftlich organisierte Liga schätzte vielmehr das Potenzial des Großstadt-Standorts. Doch nach dieser Horror-Saison ist wahrscheinlich, dass die Towers nach fünf Jahren im Sommer nicht mehr eingeladen werden. Die Partie in der zweitgrößten Stadt Rumäniens (290.000 Einwohner) könnte also der letzte internationale Auftritt für längere Zeit gewesen sein …

Tatsächlich bringen blutleere Spiele wie das in der Hauptstadt von Transsilvanien weder die Towers noch die Liga weiter. Nach katastrophalen 3:16 Minuten war die Partie praktisch entschieden. Die völlig uninspirierten Hamburger lagen da schon mit 3:11 hinten. Und Trainer Benka Barloschky erinnerte seine Profis in seiner ersten Auszeit lautstark: „Das ist genau das Gegenteil von dem, was wir machen wollten!“

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Eigentlich nicht zu erklären. Denn weil die BBL-Partie am Samstag gegen Trier wegen des Schnee-Chaos ausgefallen war, hatten die Hamburger eine ganze Woche Zeit zur Vorbereitung. Zudem kehrte nach abgeebbter Grippewelle im Team Niklas Wimberg zurück. Und Abwehr-Spezialist Osaro Rich machte vier Wochen nach seinem Mittelfingerbruch zumindest das Aufwärmprogramm mit.

Als beim schnellsten Team des EuroCups der Schlendrian einzog, kamen die Towers im zweiten Viertel zwar noch mal auf 34:37 ran – doch dann gaben die Rumänen Zwischengas und stellten bis zur Pause wieder klare Verhältnisse her (39:50). Nach der Halbzeit verpennten die Hamburger den Start erneut komplett und lagen schnell mit 19 Punkten hinten. Danach wurden nur noch Körbe getauscht.

Bester Hamburger war Center Zacharie Perrin, dem mit 19 Punkten und 13 Rebounds erneut ein sogenanntes „Double-Double“ gelang.

Barloschky nach der 14. Pleite im 14. EuroCup-Spiel: „Wir hatten zwei sehr, sehr schlechte Starts in die beiden Hälften. Auf diesem Level gegen ein sehr gutes Team ist der Spielraum für Fehler zu klein, um das zu überleben – vor allem auswärts. Wir haben uns selbst mit sorglosen Ballverlusten (20, d.Red.) geschadet, die sehr vermeidbar waren. Wir haben einfach nicht auf den Ball aufgepasst. Das ist etwas, was wir nicht akzeptieren können. Da müssen wir besser sein.“

Wahl der Basketball-Fans: Aufstiegsheld ist Dezember-MVP

Quelle: BILD/ DYN07.01.2026

In der Easycredit BBL geht es für die Towers nun am Sonntag gegen Vizemeister Ratiopharm Ulm weiter (15 Uhr, Dyn).