Wer auch immer in den letzten Jahren mit Kindern vorm Fernseher saß, kennt die entscheidende Frage, die sich gleich bei Anklicken der Mediathek stellt: Was wollen wir sehen? Die Sendung mit der Maus? Oder Checker Tobi? Beide Formate sind längst Klassiker des deutschen Bildungsfernsehens und so gut, dass man sich auch als erwachsener Zuschauer nicht langweilt.
Deshalb ist es auch im besten Sinn, dass Checker Tobi beim „Globalen Klassenzimmer“ mitmacht, mit dem ab Mittwoch die Fridays-for-Future-Ikone Luisa Neubauer die nächste Generation auf den Ozean- und Klimaschutz aufmerksam machen will. Drei Tage lang will die Mission Antarctica live vom Kontinent am Südpol in deutsche Schulen senden. Los geht immer um 12 Uhr. Über 1.000 Klassen sollen sich schon angemeldet haben. Am ersten Tag will Checker Tobi dabei sein. Und der Erfolg dieser Initiative dürfte maßgeblich von ihm abhängen.
Denn Neubauer ist ja längst zur Grande Dame der Klimaaktivist:innen gereift. Und der omnipräsente TV-Arzt Eckart von Hirschhausen, der am Donnerstag dabei ist, wird zwar sicher auch kluge Dinge sagen. Aber von diesen Rentnern der Revolte wird sich die Jugend kaum begeistern lassen. Dafür braucht es schon einen wie Checker Tobi.
Der heißt im echten Leben Tobias Krell, steht kurz vor seinem 40. Geburtstag und ist damit 10 Jahre älter als Neubauer. Studiert hat er Soziologie, Politologie und Medienwissenschaften. Doch vom theorietrockenen Schreibtischanalytiker ist bei ihm nichts zu sehen. Als Checker Tobi springt er so energetisch mit lausbübischem Grinsen über die TV-Bildschirme, dass er selbst bei Kindern im Vorschulalter locker als kluger Kumpel von nebenan durchgeht. Und das schon seit 13 Jahren.
Lerneffekt durch Wiederholung
2013 wurde die erste Checker-Tobi-Sendung im Kika gesendet. Das Grundschema ist bis heute gleich geblieben. Egal ob es um Silvester, Blut oder Intelligenz geht – zu Anfang jeder der rund 24-minütigen Sendungen stellt Tobias Krell sich selbst und seinem Publikum drei „Checker-Fragen“, die er dann mithilfe von Expert:innen löst. Am Ende fasst er die Fragen und Antworten noch mal kurz zusammen. Lerneffekt durch Wiederholung. Ein ganz einfaches Prinzip.
Über 175 Folgen wurden gesendet. Manche heißen „Checker Marina“ oder „Checker Julian“, weil der Tobi nicht alles allein machen kann. Aber für die Kinder unter den Zuschauer:innen ist und bleibt Krell der markenbildende Namensgeber. Weil er in einfacher Sprache faktenbasiert die Welt erklären und dabei wunderbar überrascht gucken kann.
Sein inszeniertes Staunen gibt es mittlerweile auch in drei Filmen zu sehen. Die beiden ersten findet man aktuell in der ARD-Mediathek. Der dritte lief gerade im Kino an. Allein am ersten Wochenende sahen ihn 300.000 Zuschauer:innen. In „Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Welt“ reist er mit seinem Team zu den Maya-Pyramiden von Calakmul nach Mexiko und nach Spitzbergen, wo er in einem Kohlebergwerk unter dem arktischen Eis der Frage nachgeht, wer die mächtigsten Spuren im Erdreich hinterlässt.
Das macht ihn noch nicht zum Klima- und erst recht nicht zum Antarktis-Experten. Aber es steht außer Frage, dass Tobias Krell das Potenzial hat, die heutigen Grundschüler:innen so zu prägen, dass sie schon bald als Generation Tobi gegen den Klimawandel auf die Straße gehen – weil sie gecheckt haben, wie ernst es um ihre Zukunft steht.