„Schicksalspfad – ein Gestern, für ein Morgen“ – so lautet der Titel eines 330 Seiten starken Buches. Es schildert die schrecklichen Verbrechen, die jüdische Bürgerinnen und Bürger in der Zeit zwischen 1933 und 1945 in der hiesigen Region tragen mussten. Die Darstellungsformen reichen vom Foto über das Zeitzeugen-Interview bis zur wissenschaftlichen Abhandlung.

Insgesamt 63 Autoren haben mitgewirkt. Unter ihnen sind die ehemalige NRW-Ministerin und Antisemitismusbeauftragte des Landes, Sylvia Löhrmann, der NRW-Innenminister Herbert Reul, Christoph Heusgen, ehemaliger Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, und Bernd Römgens, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Neuss-Düsseldorf. Auch Autoren aus Korschenbroich haben sich beteiligt.

Die Gesamtschule Büttgen in Kaarst unterstützte das Projekt ebenso wie die dortige St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft. Zudem waren die Städte Korschenbroich und Kaarst sowie die Heimatfreunde Glehn beteiligt. Carl-Wilhelm Bienefeld, Religionslehrer an der Emmy-Noether-Gesamtschule in Büttgen, hat als Mitherausgeber mehr als zweieinhalb Jahre Beiträge angeregt und alles zusammengetragen.

„Schicksale werden greifbar, wenn sie mit Namen und persönlichen Lebensgeschichten verbunden sind“, schreibt Korschenbroichs Bürgermeister Marc Venten in seinem Buch-Beitrag. Und genau dies sei das Ziel: Jüdisches Leben lokal nahezubringen.

Michaele Messmann, ehemalige Korschenbroicher Stadtarchivarin und Kulturamtsleiterin, hat ihren Aufsatz den „jüdischen Gemeinden in Korschenbroich und Glehn“ gewidmet und den heutigen Forschungsstand zusammengefasst. Ihre Recherchen führten sie unter anderem ins Landesarchiv, wo sie Quellen aus dem 19. Jahrhundert auswertete. Lesungen in Glehn und Korschenbroich sind geplant. Erhältlich ist das Buch im örtlichen Handel zum Preis von 18 Euro.