Um „Russland zu widerstehen“

Aus Angst vor Putin: Moldau erwägt verblüffenden Schritt

Aktualisiert am 14.01.2026 – 04:22 UhrLesedauer: 3 Min.

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Maia Sandu (Archivbild): „Für ein kleines Land wie Moldau wird es immer schwieriger.“ (Quelle: IMAGO/Costas Baltas/imago)

Die Demokratie der Republik Moldau ist in Gefahr. Um sich vor Russland zu schützen, will das Land der EU beitreten. Jetzt bringt Präsidentin Sandu auch andere Möglichkeiten ins Spiel.

Die Angst vor dem Aggressor Wladimir Putin ist groß. Seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine herrscht in Moldau die Sorge, dass Moskau auch die ehemalige Sowjetrepublik zwischen Rumänien und der Ukraine angreifen könnte. Doch die Demokratie im Land ist nicht nur militärisch bedroht.

Da Russland die Republik Moldau als Teil seiner traditionellen Einflusszone betrachtet, versucht der Kreml systematisch, den politischen Kurs des Landes zu beeinflussen. So unterstützt Moskau pro-russische Parteien, verbreitet Desinformation und versucht, pro-westliche Reformen zu blockieren oder zu schwächen.

Um die Demokratie des Landes vor dem Druck aus Russland zu schützen, wäre die moldauische Präsidentin Maia Sandu nun zu drastischen Schritten bereit: Die prowestliche Staatschefin hat sich für eine Vereinigung ihres Landes mit dem EU- und Nato-Mitglied Rumänien ausgesprochen.

Sollte es dazu ein Referendum geben, würde sie für die Vereinigung stimmen, sagte Sandu in einem Interview für den britischen Podcast „The Rest is Politics“. „Schauen Sie sich an, was in der Welt geschieht. Für ein kleines Land wie Moldau wird es immer schwieriger, als Demokratie, als souveränes Land zu überleben und natürlich auch, sich Russland zu widersetzen.“

Dass es demnächst tatsächlich zu einer Vereinigung von Rumänien und Moldau kommt, ist allerdings kaum zu erwarten. Jüngsten Umfragen zufolge befürwortet nur etwa ein Drittel der Bevölkerung einen solchen Schritt. Das deckt sich auch mit Ergebnissen von Umfragen, die vor den Parlamentswahlen Ende September erhoben wurden, bei denen Sandus pro-europäische Regierungspartei ein neues Mandat erhielt.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts iData zeigte bereits im August, dass 61,5 Prozent der moldauischen Bevölkerung gegen einen Zusammenschluss mit Rumänien waren, während 31 Prozent sich dafür aussprachen.