Linz. Dass so kurz nach dem Pokal-Triumph von Kolbermoor die Luft beim ttc berlin eastside etwas raus sein würde, kam nicht überraschend. Zudem hatte man in Linz nicht die absolute Top-Formation aufgeboten und trat ohne eine der spielstarken Asiatinnen an. Anders als die Gastgeberinnen, die um ihre letzte Chance auf das Viertelfinale kämpften, während die Partie für die Hauptstädterinnen, deren Gruppensieg längst feststand, bedeutungslos war. Am Ende musste der Titelverteidiger, der fraglos besser performen kann, ein 0:3 quittieren.
Die Geschichte der Partie ist schnell erzählt. Mia Griesel musste gegen Britt Eerland eine 0:3-Niederlage hinnehmen und war nur im dritten Satz gleichwertig. Die Hoffnung war groß, dass Natalia Bajor, im Finale von Kolbermoor bärenstark, im zweiten Match für den Ausgleich sorgen würde. Doch nach gewonnenem erstem Durchgang fand Bajors thailändische Gegnerin Suthasini Sawettabut immer besser in ihr Spiel und durfte am Ende einen 3:1-Erfolg bejubeln. Würde die 15-jährige Josi Neumann dem Match noch eine Wende geben können? Anfänglich sah es gut aus gegen die routinierte kroatische Defensivspielerin Ivana Malobabic, exakt dreimal so alt ist wie die Berlinerin. Neumann spielte anfänglich sehr gut und fokussiert, gewann den ersten Satz klar, verlor den zweiten dann aber knapp, fand nicht mehr in ihren anfänglichen Rhythmus zurück und agierte zunehmend hektisch. Damit war die Partie entschieden.
„Wir sind sehr zufrieden, auch wenn Berlin nicht mit seiner stärksten Aufstellung kam, aber wie wir wissen, kann jede Spielerin aus Berlin auf hohem Niveau performen“ – bisher liegt uns nur ein Kommentar von Britt Eerland vor, die einst selbst im eastside-Dress spielte. „Wir wussten, dass wir unser bestes Tischtennis spielen mussten, was uns zum Glück auch gelang. Alle waren motiviert und hochkonzentriert, wir alle teilten dasselbe Ziel und wollten unsere Chance für das Spiel gegen Saint-Denis wahren. Hoffentlich schaffen wir es am Sonntag.“
Durch den heutigen Sieg über den Titelverteidiger hat Linz nun nämlich ein echtes Endspiel um den zweiten Platz in Gruppe C gegen die Französinnen vor der Brust. Die Partie findet am kommenden Sonntag in Saint-Denis bei Paris statt, der Sieger zieht wie Berlin in die Runde der letzten Acht ein, der Verlierer scheidet aus. Doch dem Hauptstadtklub kann es relativ egal sein, wer von beiden es schafft. Beide Teams sind gut, doch muss man sich in Top-Aufstellung vor keinem dieser Gegner verstecken, sofern man nochmals im Wettbewerb aufeinandertreffen sollte. Tarnobrzeg mit der inzwischen wieder in Galaform spielenden Han Ying dürfte mit Abstand der stärkste Kontrahend sein, doch wenn man den Titel will, muss man eben alle schlagen können – und das sind keine 5 Euro für das berühmt-berüchtigte Phrasenschwein, sondern trifft den Kern und beschreibt die Herausforderung präzise.
Linz AG Froschberg (AUT) – ttc berlin eastside (GER) 3:0
Britt Eerland – Mia Griesel 3:0 (11:5, 11:7, 12:10)
Suthasini Sawettabut – Natalia Bajor 3:1 (8:11, 11:9, 11:6, 11:5)
Ivana Malobabic – Josi Neumann 3:1 (5:11, 11:9, 11:5, 11:7)
Hinspiel, 16.11.2025
ttc berlin eastside – Linz AG Froschberg 3:1
Yuka Kaneyoshi – Britt Eerland 3:0 (11:6, 11:1, 11:4)
Natalia Bajor – Suthasini Sawettabut 1:3 (6:11, 8:11, 11:8, 6:11)
Shan Xiaona – Andrea Pavlovic 3:0 (11:6, 11:6, 11:9)
Yuka Kaneyoshi – Suthasini Sawettabut 3:0 (11:9, 11:9, 11:8)
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