Hamburg – Da biste ja wieder, Schätzelein! Hape Kerkeling kehrt als Horst Schlämmer zurück auf die Kinoleinwand. Die Rolle des tollpatschigen Vize-Chefs des fiktiven „Grevenbroicher Tagblatts“ ist Kerkelings legendäre Kultfigur.

Vokuhila, Trenchcoat, viel Zahn und immer ein bisschen zu drüber – das ist auch im zweiten Teil Kerkelings Rezept für Lacher. Dieses Mal geht Schlämmer auf Deutschlandreise und sucht das Glück. BILD sprach mit Hape Kerkeling über seine Paraderolle.

Hape Kerkeling bei der Premiere des Filmes „Extrawurst – Wer grillt hier wen“ am 7. Januar in Essen

Liebling der Nation: 40 Jahre Film- und Fernseh-Karriere hat Hape Kerkeling schon auf dem Kasten und kein Ende in Sicht

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Horst Schlämmer hat wieder die Faxen dicke

Im ersten Teil „Horst Schlämmer – Isch kandidiere“ mischte sich der fiktive Reporter 2009 unter die Politiker und inszenierte einen eigenen Wahlkampf, um Bundeskanzler zu werden. Rund 1,4 Millionen Zuschauer schauten im Kino zu.

Dieses Mal hat Schlämmer wieder die Faxen dicke: Die Preise steigen, die Kneipen schließen, die Stimmung ist schlecht. Doch das will er nicht hinnehmen. Er begibt sich auf die Suche nach dem Glück, reist von Süddeutschland bis Sylt, von Berlin bis Büsum – per Anhalter, Krabbenkutter oder Schienenersatzverkehr, trifft Passanten, Promis und Psychologen.

Wie war es für Hape Kerkeling, nach 16 Jahren wieder in seine Kultrolle zu schlüpfen? Das verrät der Schauspieler im BILD-Interview.

Exklusiv bei BILD: Trailer-Premiere: Horst Schlämmer sucht das Glück

Quelle: LEONINE Studios14.01.2026

BILD: War Horst Schlämmer wirklich weg oder hat er im Untergrund recherchiert?

Hape Kerkeling: „Sagen wir mal so: Horst war nie wirklich weg, er war nur …zwischengeparkt. Er hat die letzten Jahre intensiv im Grevenbroicher Schützenheim recherchiert. Vor allem zu der Frage: ,Wie viel Mettigel verträgt ein menschlicher Körper, bevor er selbst zu glänzen beginnt?‘ Er nennt das ‚investigative Völlerei‘. Er war also quasi im Außendienst an der Theke.“

Hat Horst inzwischen moderne Kanäle? Podcast, Telegram, TikTok?

Kerkeling: „Gott bewahre! Horst auf Telegram wäre brandgefährlich. Er würde wahrscheinlich aus Versehen Staatsgeheimnisse gegen ein Rezept für Eierlikör-Pralinen tauschen. Einen Podcast hat er versucht, aber nach drei Minuten abgebrochen, weil er dachte, das Mikrofon sei ein moderner Bierbecherhalter. Auf TikTok sieht man ihn gelegentlich – meistens sind das aber Versehen, bei denen er eigentlich nur versuchen wollte, die Taschenlampe an seinem Handy auszuschalten.“

Vokuhila-Frisur und Trenchcoat sitzen wieder: Hape Kerkeling (61) kehrt als Horst Schlämmer zurück ins Kino

Hape zu BILD: „Sobald ich diesen Trenchcoat anziehe, passiert etwas Magisches. Mein Rücken krümmt sich automatisch um 30 Grad“

Foto: picture alliance / dpa

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Was macht eigentlich mehr Spaß: Horst Schlämmer zu spielen oder ihm innerlich lautstark zu widersprechen?

Kerkeling: „Beides ist eine Form von Therapie! Ihn zu spielen ist wie eine Befreiung – man darf alles sagen, was man normalerweise nur denkt, während man gleichzeitig nach altem Kaffee und Kölnisch Wasser riecht. Ihm zu widersprechen, ist allerdings überlebenswichtig. Wenn ich Horst nicht innerlich Einhalt gebiete, fängt er an, meine Steuererklärung auf Bierdeckeln zu machen. Und das Finanzamt versteht da leider keinen Spaß.“

„Horst Schlämmer sucht das Glück“ läuft ab dem 26. März im Kino

„Horst Schlämmer sucht das Glück“ läuft ab dem 26. März im Kino

Foto: LEONINE Studios

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Hand aufs Herz: Würde man einen Typen wie Schlämmer heute noch erfinden können, oder würde er sofort „gecancelt“?

Kerkeling: „Horst ist absolut un-cancelbar. Warum? Weil er so herrlich aus der Zeit gefallen ist. Er ist wie ein alter Teppich: Er passt farblich nirgendwo mehr rein, er riecht ein bisschen streng, aber wenn man ihn rauswirft, fehlt einem die Gemütlichkeit. Horst meint es ja nicht böse, er ist einfach nur … biologisch renovierungsbedürftig. Er ist die personifizierte soziale Unbeholfenheit, mit einem Gebiss, das ein Eigenleben führt. Das ist zeitlos!“

Kam er Ihnen sofort wieder bekannt vor, als Sie wieder in seine Kleidung geschlüpft sind?

Kerkeling: „Oh ja. Sobald ich diesen Trenchcoat anziehe, passiert etwas Magisches. Mein Rücken krümmt sich automatisch um 30 Grad, mein Atem wird rasseliger und ich verspüre einen unbändigen Drang, jemanden ,Schätzelein’ zu nennen. Es ist wie eine zweite Haut, nur dass diese Haut ein bisschen juckt und nach Archivstaub riecht. Es war wie ein Klassentreffen mit sich selbst – nur dass einer von uns beiden dringend mal zum Zahnarzt müsste.“