„Eigentlich werden Regale nur vollgemüllt mit Dingen, die man lieber verstecken sollte“, sagt Interior Designer Fabian Freytag. © [M] Birk Alisch

„Wie wir uns einrichten, liegt an
unserem Sicherheitsbedürfnis. Man wünscht sich Behaglichkeit, einen Schutzraum,
der einen Puffer nach außen bietet“, sagt Fabian Freytag im Podcast Frisch an die Arbeit. Als Interior Designer mit einem Büro in
Berlin verändert er Grundrisse, dekoriert Wohnungen und warnt Kunden und
Kundinnen vor Fehlkäufen. 

Freytag,
41, hat Architektur an der Universität der Künste studiert. Noch in seiner
Ausbildung bekam er den ersten Auftrag als Innenarchitekt. Während der globalen
Finanzkrise 2008 kauften viele Menschen aus dem Ausland Wohnungen in Berlin als
Investment – einige beauftragten Freytag mit der Einrichtung. „Sie vertrauten
auch Anfängern wie mir. In keiner anderen Stadt hätte ich so schnell Aufträge
bekommen“, sagt Freytag.  

Man darf nicht das kaufen, was alle haben.

Fabian Freytag

Seinen
Kunden und Kundinnen rät Freytag zu bunten Wänden und großen Teppichen. „Sogar
das Bad soll eine gewisse Opulenz haben und eingerichtet werden wie andere
Räume“, sagt er. Sein Tipp: Wer eine Wohnung oder ein Haus einrichte, dürfe
nicht das kaufen, was alle haben. Stattdessen sei es wichtig, mit einigen
Übungen herauszufinden, welche Möbel, Farben und Stoffe einem wirklich
gefallen. Freytag empfiehlt, Onlineauktionshäuser oder Kleinanzeigen zu
durchsuchen und dabei zu notieren, aus welchen Jahrzehnten die
Einrichtungsgegenstände stammen, die einem gefallen. Außerdem könne man
überlegen, in welchen Wohnungen von Freunden, Restaurants oder Hotels man sich
besonders wohlfühlt und warum.  

Verlagsangebot

Im
Podcast erzählt Freytag, wie künstliche Intelligenz seine Arbeit verändert,
warum er offene Regale in seinen Entwürfen vermeidet und welche Hobbys ihn
kreativ machen.  

„Frisch
an die Arbeit“ wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren
im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen
Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.