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Er kam, lächelte – und traf. Erst Anfang des Jahres als Neuzugang vorgestellt und bisher nur mit Drittliga-Einsätzen ausgetattet, stach ein Toppmöller-Joker sofort.
Stuttgart / Frankfurt – Die 2:3-Niederlage beim VfB Stuttgart schmerzte bei Eintracht Frankfurt. Wieder eine zwischenzeitliche Führung nicht in einen Sieg verwandeln können, dazu erneut drei Gegentore kassiert. Doch eine ganz bestimmte Aktion sollte den Eintracht-Verantwortlichen sowie Frankfurt-Fans Freude bereiten und Hoffnung auf mehr machen.
Ayoube Amaimouni bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich. © IMAGO/Joaquim Ferreira
Es lief die 77. Minute, als Trainer Dino Toppmöller Ayoube Amaimouni-Echghouyab zu sich winkte. Ein 21-jähriger Neuzugang, der zwar von Bundesliga-Konkurrent Hoffenheim an den Main wechselte, aber bis dato lediglich in der dritten Liga zum Einsatz gekommen war. Erst am 2. Januar unterschrieb der in Spanien geborene Marokkaner seinen Vertrag, nun wurde er direkt elf Tage später von der Leine gelassen – und ab auf die ganz große Bühne geschickt.
Frankfurt-Neuzugang Amaimouni trifft nur
Eine, die bei Ayoube – wie sich der Linksfuß selbst der Einfachheit halber bei Instagram nennt – scheinbar kein großes Nervenflattern zu verursachen schien. Ganz im Gegenteil, denn der Debütant klopfte seinem bereits für die deutsche A-Nationalmannschaft nominierten und ebenfalls zur Einwechslung bereitstehenden Kollegen Nnamdi Collins kurz noch zur Aufmunterung aufs Hinterteil. Und dann war es in der 77. Minute soweit.
Eingewechselt für Ritsu Doan sollte Amaimouni noch einmal für frischen Wind auf der rechten Außenbahn der Frankfurter sorgen. Es stand 1:2 aus Sicht der Eintracht, als Stuttgart in der 80. Minute eine weitere Ecke bekam. Die Eintracht konnte die Gelegenheit vereiteln und leitete selbst durch einen schnellen Abwurf von Torwart Kaua Santos einen Konter ein.
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Auf Zuspiel von Mo Dahoud landete das Leder dann beim Debütanten, der kurz zuvor schon eifrig am Winken war auf der rechten Seite. Amaimouni nahm den Ball an der Strafraumkante mit rechts an, tippte ihn mit dem linken Fuß noch dreimal leicht an, um dann den Abschluss zu suchen. Vorbei an Nationalspieler Mittelstädt, durch die Beine von Hendriks – und unhaltbar für VfB-Schlussmann Nübel flach ins lange Eck zum 2:2 gezirkelt.
Selbst beim Jubel zeigte sich der Joker gefühlt ziemlich abgebrüht. Ein Mini-Gruß in Richtung der Eintracht-Anhänger, das war es dann eigentlich auch schon wieder. Bis sich Teamkollege Theate einschaltete, Amaimouni schnappte und mit ihm nochmal ein paar Schritte Richtung Fan-Kurve schritt. Ein Klopfer auf die Brust des Torschützen inklusive. Ein Traum-Debüt, das diesen Klopfer mehr als verdient hatte. (rele)