Raffael Fruscio, Chef der Raan-Gruppe mit dem dualen Systembetreiber Reclay, übt scharfe Kritik an den Plänen der Europäischen Kommission zum Bürokratieabbau. Fruscio wendet sich insbesondere gegen die geplante Abschaffung des sogenannten „bevollmächtigten Vertreters“ im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR). Der Geschäftsführer des Rücknahmesystem-Dienstleisters warnt in seinem jüngsten LinkedIn-Beitrag davor, dass der Wegfall dieser Verpflichtung sogenannte Freerider begünstigen würde – also Hersteller, die sich ihrer Produktverantwortung entziehen. Dies könne zu Finanzierungsdefiziten in den EPR-Systemen führen und den Aufbau der Kreislaufwirtschaft gefährden.

Fruscio reagiert damit auf eine bereits laufende politische Debatte. Die EU-Kommission hatte im Dezember 2025 im Rahmen des sogenannten „Umwelt-Omnibus“ vorgeschlagen, die Pflicht zur Benennung eines EPR-Bevollmächtigten zumindest vorläufig auszusetzen. Konkret soll die Vertreterpflicht für Hersteller innerhalb der EU in allen relevanten Produktbereichen – von Verpackungen im Rahmen der PPWR über Elektroaltgeräte (WEEE) und Batterien bis hin zu Einwegkunststoffartikeln – bis zum spätestens zum Jahr 2035 ausgesetzt werden. Der Vorschlag muss noch vom Europäischen Parlament sowie von den EU-Mitgliedstaaten gebilligt werden und ist Teil eines umfassenderen Pakets zum Abbau bürokratischer Hürden….