Bevor im Zoo Duisburg die Bagger anrollen und Besucher künftig bei Kaffee und Kuchen auf Giraffen und Zebras blicken sollen, steht eine emotionale Entscheidung an.
Drei Elefanten, die seit Jahrzehnten zum Inventar am Kaiserberg gehören, müssen den Zoo verlassen, wie nun die „WAZ“ offenbarte.
Zoo Duisburg: Elefanten müssen verschwinden
Hier steht der Zoo Duisburg vor einem echten Kraftakt: Die Afrikanischen Elefanten sollen gehen. Drei Kühe, fast drei Jahrzehnte Publikumslieblinge, müssen ihren Platz räumen – für eine neue Mega-Savanne mit Millionenbudget und spektakulärer Gastronomie mit Tierblick. Doch was auf dem Papier klar klingt, entwickelt sich in der Realität zum Geduldsspiel. Wird die Zeit für den Zoo langsam knapp? Fest steht: Am bisherigen Standort haben die Elefanten keine Zukunft mehr. Das weiß der Zoo nicht erst seit gestern.
Schon gelesen? Bären „kämpfen“ im Zoo in NRW – so was sieht man nur selten ++
Schon im Masterplan von 2020 wurde unmissverständlich klargemacht, dass eine moderne, artgerechte Elefantenhaltung dort nicht möglich ist. Der Plan zeichnet die Linie für die kommenden Jahrzehnte – inklusive Investitionen von rund 100 Millionen Euro. Doch der Abschied der drei Elefantenkühe Saiwa, Etosha und Daisy ist alles andere als einfach. Hinter den Kulissen wird seit Jahren gerungen. Wie ein Sprecher des Zoos erklärt, werden „derzeit Gespräche geführt und verschiedene Optionen geprüft, um die bestmögliche Entscheidung im Sinne der Tiere zu treffen“.
Gesucht: Altersheim für Dickhäuter
Entscheidend ist dabei nicht Duisburg allein: Die Abgabe läuft über das zuständige Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Das Verfahren sei ein „überaus komplexer Prozess, der innerhalb eines Expertengremiums begleitet wird“. Die Fäden laufen in Wuppertal zusammen. Dort werden sowohl das europäische Zuchtprogramm für Afrikanische Elefanten als auch das internationale Zuchtbuch koordiniert – im Grünen Zoo unter Leitung von Direktor Dr. Arne Lawrenz. Lawrenz spricht offen aus, wo das Problem liegt: Für die drei Duisburger Kühe einen neuen Platz zu finden, ist schwierig.
Das Alter spielt nämlich eine entscheidende Rolle. Saiwa, Etosha und Daisy sind über 30 Jahre alt und haben nie Nachwuchs bekommen. Die Grenze für eine verantwortbare Erstgeburt sei also überschritten. Zucht ist also kein Thema mehr. Gesucht werde vielmehr ein „Altenheim“. Hinzu kommen die sozialen Feinheiten im Elefantenreich. Daisy gilt in Duisburg als klare Leitkuh – und als ausgesprochen dominant. „Stand heute ist zur Abgabe der Tiere keine finale Entscheidung getroffen worden – der Prozess läuft“, so ein Sprecher.
„Planen den Bau einer Elefanten-Anlage“
Trotzdem: Der Abschied bedeutet nicht das Ende der Elefantengeschichte am Kaiserberg. Nach fast 90 Jahren soll die Tradition zwar unterbrochen, aber nicht begraben werden. „Wir planen perspektivisch den Bau einer neuen Elefanten-Anlage“, sagte Zoodirektorin Astrid Stewin bereits 2025. Langfristig soll an anderer Stelle im Zoo eine Anlage entstehen, die heutigen Anforderungen gerecht wird.
Gedanklich ist man dabei schon weiter. Erste Gespräche zur Umsetzung habe es bereits gegeben. Als mögliche Fläche gilt das Afrikanum aus den 1970er-Jahren. Seit dem Weggang des letzten Nashorns leben dort Zebras – doch auch sie sollen in die neue Savannenanlage umziehen. Damit würde Platz frei für einen kompletten Neustart.
Mehr News aus Duisburg:
Bis dahin bleibt es also spannend. Warum gerade in den Zoo Duisburg so große Hoffnung gesetzt wird, kannst du HIER bei der „WAZ“ nachlesen.