Wenn ich durch die Poststraße laufe, versuche ich immer ganz nah an den Geschäften vorbeizugehen, dort, wo es noch uneben ist, kleine Hügel aus Teer entstanden sind, unter denen die Fernwärmeleitungen eingepflegt wurden. Für mich ist das wie ein Trimmpfad. Ich nehme dieses Handicap auf mich, damit die alten Leute mit Rollator, Väter und Mütter mit Kinderwagen und Menschen mit Rollstühlen auf den barrierefreien Teilbereichen wandeln können. Manchmal schließe ich beim Gehen kurz die Augen, dann fühlt es sich wie eine Wanderung in Bergischen Wäldern an, wo man auch kleine Täler durchschreitet und winzige Erhebungen erklimmt. Aber Vorsicht, ein falscher Schritt, eine Unachtsamkeit, schon knickt man mit dem Fuß um. Nun kündigt sich nach vielen Jahren des Wartens Besserung an. Zwar langsam, jedoch unaufhaltsam, ebnet sich auf dem Barmer Werth und der Elberfelder Innenstadt die neue Pflasterung ihren Weg. Warum die Verantwortlichen der Stadt sich für bunte Steine entschieden haben, bleibt so lange ihr Geheimnis, bis man sie darauf anspricht.